Solltest du nicht zu den extremen Camping-Puristen gehören, wirst du auch beim Reisen Strom für unterschiedliche elektrische Geräte benötigen. Dabei ist es ganz egal ob du im Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs bist. Denn Strom beim Camping benötigst du zum Aufladen deines Smartphones, für das Licht im Camper, die Kühlbox, die Wasserpumpe oder auch um dein Notebook oder die Musikbox laden zu können. Nach diesem Artikel kennst du die Vor- und Nachteile von AGM, GEL oder Lithiumbatterien. So findest auch du die richtige Bordbatterie für deinen Camper.
Disclaimer – dieser Artikel ist nach bestem Wissen erarbeitet. Zum Arbeiten an elektrischen Anlagen sind Fachkenntnisse und eine spezielle Ausbildung erforderlich. Elektroarbeiten dürfen daher nur vom Fachpersonal ausgeführt werden. Jeder ist für sein Handeln und seine Fehler selbst verantwortlich! Ich übernehme keine Haftung für Sach- oder Personenschäden, sowie für die Korrektheit meiner Beiträge.




Warum wir im Campervan und Wohnmobil eine zweite Batterie für die unabhängige Stromversorgung benötigen?
In den gemauerten vier Wänden haben wir meist einen 230V Stromanschluss. Den Strom können wir im Normalfall 24/7 nutzen. Meist machen wir uns Zuhause nicht viel Gedanken über die Verfügbarkeit von Strom, kommt er doch einfach aus der Steckdose. Bei der Stromversorgung im Wohnmobil sieht es etwas anders aus. Sobald wir mit unserm Fahrzeug nicht am Stromnetz bzw. Landstrom angeschlossen sind müssen wir uns selbst und autark mit Strom versorgen. Umso mehr Verbraucher im Wohnmobil betrieben werden sollen, umso mehr Bedeutung hat die richtige Auswahl Bordbatterie im Camper.
Die unterschiedlichen Typen bei Versorgungsbatterien und deren Verwendung
Als Energiespeicher im Wohnmobil werden Akkumulatoren, kurz Akkus verwendet. Umgangssprachlich wird der Akkumulator im Fahrzeug als Batterie, Versorgungsbatterie oder Solarbatterie bezeichnet. Der Unterschied zwischen einer Batterie und einem Akku ist, dass ein Akku mehrmals aufgeladen werden kann. Im Gegensatz dazu kann eine Batterie nicht mehrfach geladen werden. Da sich der Begriff Batterie in der Umgangssprache auch für Akkus durchgesetzt hat, werde ich diesen Begriff verwenden.
In Campern werden üblicherweise Nassbatterien, AGM Batterien, Gel Batterien oder leistungsstarke Bordbatterien mit Lithiumtechnologie verwendet. Neben dem Aufbau werden Versorgungsbatterien anhand der Kapazität und Spannung klassifiziert.
Die 6 V oder 12 V Bordbatterie sowie der dazugehörige Stromkreis wird im Camper ergänzend zur Autobatterie, der Starterbatterie, installiert. Somit sind in Campingfahrzeug mindestens zwei Batterien verbaut.
Die Fahrzeugbatterie bei Wohnmobilen und Autos
Zum Starten des Motors werden Starterbatterien beziehungsweise Blei-Säure-Batterien verwendet. Blei-Säure-Batterien sind aufgrund der Bauweise für kurze Entnahmezeiträume und einen hohen Stromfluss von mehreren 100 A ausgelegt. Das Starten des Motors im Fahrzeug dauert nur wenige Sekunden. Durch den speziellen inneren Aufbau wird die Batterie hierdurch nicht beschädigt. Würde man eine Starterbatterie jedoch über einen längeren Zeitraum und regelmäßig bis circa 50 Prozent der Nennkapazität entladen, würde dies die Batterie dauerhaft schädigen.
Die Lichtmaschine im Fahrzeug ist für das schnelle Laden und für die Stromversorgung im Basisfahrzeug verantwortlich. Bei älteren Fahrzeugen erfolgt das Laden des Akkus ohne spezielles Ladegerät.Bei laufendem Motor wird die Autobatterie von der Lichtmaschine geladen. Wenige Minuten nach dem Starten ist eine Blei-Säure-Batterie vollständig geladen. Eine konventionelle Starterbatterie sollte zu maximal 15 Prozent entladen werden.
Die zusätzliche Bordbatterie im Camper – Die VerSorgungsbatterie
In Wohnmobilen und Vans wird zusätzlich zur Autobatterie meist eine zweite Bordbatterie, die Versorgerbatterie oder Aufbaubatterie verbaut. Diese zusätzliche Batterie versorgt alle elektronischen Verbraucher im Wohnbereich des Campers.
Vielleicht stellst du dir nun die Frage warum man nicht einfach die Autobatterie als Bordbatterie im Wohnmobil nutzen kann. Auf den ersten Blick sind zwei Batterien in einem Fahrzeug doch etwas übertrieben.
Warum zwei unterschiedliche Batterien: Starterbatterie vs. Bordbatterie
Kurzfristig ist die Verwendung von einer Batterie sicher möglich, wenn auch keine gute Idee. Eine Starterbatterie ist als Aufbaubatterie auf lange Sicht ungeeignet. Der Batterietyp der Starterbattrie ist auf die Anforderungen beim Camping und Stromentnahme über einen langen Zeitraum nicht ausgelegt und würde nur wenige Ladezyklen überstehen.
Die Anforderungen an eine 12 V Aufbaubatterie oder 12 V Bordbatterie
Eine Versorgungsbatterie fürs Camping muss über einen langen Zeitraum meist relativ geringe Ströme abgeben können. Häufig ist der dauerhafte Stromfluss aus der Batterie in der Größenordnung von 1 bis 2 A. Zudem sollte der Energiespeicher möglichst wartungsfrei sein. Bei Verwendung im Innenraum bietet sich an, dass die Batterie während des Gebrauchst keine entzündlichen Gase ausstößt. Bei nicht ausreichender Belüftung könnte dies sonst im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Explosion führen.
Wenn die Batterie nicht in Verwendung ist, sollte die Batterie die gespeicherte Energie nicht „verlieren“. Über die Zeit verlieren aber alle Batterien etwas an gespeicherter Energie. Das ist normal und wird als Selbstentladung bezeichnet.
sicheres Laden der Bordbatterie im Camper – Das passende Ladegerät
Auch die beste Batterie fürs Wohnmobil muss einmal geladen werden. Im Regelfall werden Aufbaubatterien entweder über die Lichtmaschine und Ladebooster* beziehungsweise Trennrelais, Landstrom und Spannungswandler, Solar und MPPT oder einen Strom-Generator geladen. Nicht jedes Ladegerät ist für jeden Batterietyp geeignet. Vergewissere dich also vor dem Einbau ob das ausgewählte Ladegerät für die Aufbaubatterie kompatibel ist.
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Welcher Batterietyp für das Wohnmobil und fürs Camping
Die richtige Bordbatterie für den Camper zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Um die Frage nach der besten Batterie für dein Wohnmobile beantworten zu können, müssen mehrere technische Aspekte sowie deine persönlichen Reisegewohnheiten beachtet werden.
Vermutlich bis du schon über die unterschiedlichen Batteriebauweisen mit der Bezeichnung AGM-Batterie, GEL-Batterie oder LiFePo4-Batterie gestolpert. In seltenen Fällen werden auch Nassbatterien in Wohnmobilen verbaut. Diese sind allerdings nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Aus Sicherheitsgründen würde ich von dieser Bauart im Fahrzeug abraten. Daher gehe ich im weiteren Artikel nicht tiefer auf diese Bauart ein.
Der Unterschied zwischen Solarbatterie und Versorgungsbatterie fürs Wohnmobil
Solltest du einmal über auf den Begriff „Solarbatterie“ stoßen und dich wundern welcher Batterieaufbau sich dahinter verbirgt, dann kann ich dich beruhigen. Eine Solarbatterie ist kein eigener Aufbautyp für einen Akku sondern beschreibt lediglich einen Akku der geeignet zusammen mit einer Solaranlage betrieben zu werden. Vom Aufbau handelt es sich hierbei meist um eine GEL-Batterie oder AGM-Batterie, also eine normale Versorgungsbatterie.
AGM- und GEL-Bordbatterie im Camper
Im Regelfall kann eine klassische AGM-Batterie oder GEL-Batterie bis zu circa 50 Prozent entladen werden. Bei einer AGM-Batterie mit 100 Ah Nennkapazität entsprich dies circa 50 Ah. Die übliche Anzahl der Ladezyklen beträgt circa 400 bis 600 Ladezyklen. Weitere Details und Datenblätter zu den AGM und GEL Akkus findest du auf der Website des Herstellers oder als Orientierung in unserer Übersichtstabelle. .
Unsere Erfahrung mit AGM- und GEL-Batterien
Wir hatten bei unserem ersten Ausbau die zweite Batterie durch eine 100 Ah AGM Batterie ersetzt. Für unsere ersten Reisen am Wochenende oder in warme Regionen mit wenigen Verbrauchern war dies vollkommen ausreichend. Diese AGM Batterie besitzt keinen eingebauten Schutz gegen Tiefenentladung, Kurzschluss oder Überspannung. Geladen wurde diese Zweitbatterie über die Lichtmaschine mit Trennrelais und MPPT-Solarregler. Unsere persönlichen Erfahrungen zur Strom und Solar im Camper haben wir ebenfalls für dich in einem Artikel für dich zusammengestellt
Die LithiumEisenPhosphat Batterie fürs Wohnmobil – LiFePo4 oder LFP
Moderne LiFePo4 / LithiumEisenPhosphat Akkus werden mit 12 V oder 24 V für Wohnmobile angeboten. Die Lithium-Technologie unterscheidet sich grundlegend von den vorher Genannten und bietet einige Vorteile. Beispielsweise kann annähernd 100 Prozent der angegebenen Kapazität aus der Batterie entnommen werden. Zudem ist das Gewicht pro gespeicherter Energieeinheit wesentlich geringer als bei einer AGM- oder GEL-Batterie. Eine LiFePo4 Batterie hat zudem meist ein integriertes Batterie Management System (BMS), welches die Batterie vor Schäden schützen kann. Die angegebenen Ladezyklen bei LiFePo4 Batterien sind meist sieben- bis achtfach so hoch wie bei AGM Batterien. Die Nachteile einer LiFePo4 Batterien sind sowohl der hohe Anschaffungspreis als auch die partiell fragwürdige Lithium-Gewinnung.
Beim Ersteinbau sowie der Umrüstung auf eine Lithiumbatterie* muss jedoch einiges beachtet werden. Für LiFePo4 Batterien benötigst du zum Beispiel immer ein dafür geeignetes Ladegerät. Viele der aktuellen Ladegeräte können anhand eines kleinen Schalters am Ladegerät für diesen Batterietyp eingestellt werden. Das Ladegerät passt dann die Ladekennlinie an.
Unsere Erfahrung mit LiFePo4 Batterien im Wohnmobil
Nachdem wir Vollzeit und als digitale Nomaden im Camper leben, haben wir unser Versorgungsbatterie inklusive der Ladetechnik zwischenzeitlich upgegradet. Zu Beginn hatten wir wie voran erwähnt eine 100 Ah AGM verbaut, dauerhaft nutzbar hiervon waren circa 50 Ah. Seit Dezember 2021 haben wir nun annähernd 200 Ah nutzbare Engere aus Lithiumbatterien. Aufgrund des geringen zur verfügung stehenden Bauraums haben wir uns für zwei einzelne Batterien mit je 100 Ah entschieden. Diese sind parallelgeschalten.
Gegenüberstellung und Batterienvergleich für Camper und Wohnwagen
Um eins vorweg zu nehmen, jeder Batterietyp weist Vor- und Nachteile auf. Es gibt schlichtweg nicht die Bordbatterie für jeden Camper und für alle Fälle. Vergleichen lassen sich Akkus am schnellsten in unserer Übersichtstabelle.
AGM-Batterie als Versorgungsbatterie
Absorbent Glass Mat: Elektrolyt vollständig in ein Glasfaservlies gebunden
Als Bordbatterie im Wohnmobil gut geeignet
Vorteile einer AGM-Batterie
- Wartungsfrei, auslaufsicher und rüttelfest,
- geringe Selbstentladung
- kurze Ladedauer da hohe Ladeströme möglich (für leistungsstarke Ladebooster geeignet),
- für leistungsstarke Wechselrichter geeignet (hohe Stromabgabe möglich),
- unempfindlich gegenüber sehr niedrigen Temperaturen
Nachteile von AGM-Batterien
- Begrenzte Leistung bei niedrigen Temperaturen / kälteempfindlich. Fausregel: Bei ca. -20 °C nur noch 30% der Leistung,
- hohes Gewicht (gegenüber LiFePo4)
AGM-Batterietechnologie
- Elektrolyt ist vollständig in einer Glasfasermatte gebunden
Nutzbare Kapazität einer AGM-Batterie
- 50 % bis 60 %
- Bei einer Batterie mit einer Nennkapazität 100 Ah kannst du dauerhaft ca. 50-60 Ah nutzen
Ladezyklen bei AGM-Batterien
- Meist ca. 500 – 600 Ladezyklen
GEL-Batterie als Versorgungsbatterie
Elektrolyt ist gelartigem Zustand
Als Bordbatterie im Camper gut geeignet
Vorteile einer GEL-Batterie
- Wartungsfrei, auslaufsicher und rüttelfest,
- geringe Selbstentladung,
- tiefere Entladung möglich als bei AGM- und Nass-Batterien,
- für eine Stromentnahme über einen längeren Zeitraum sehr gut geeignet
Nachteile von GEL-Batterien
- Längere Ladezeit als AGM oder LiFePo,
- begrenzte Leistung bei niedrigen Temperaturen / kälteempflindlich,,
- hohes Gewicht (gegenüber LiFePo4)
GEL-Batterietechnologie
- Elektrolyt ist gelartig,
- im Aufbau ähnlich einer konventionellen Nassbatterie ,
Nutzbare Kapazität einer AGM-Batterie
- 55-65 %
- Bei einer Batterie mit einer Nennkapazität 100 Ah kannst du dauerhaft ca. 55-65 Ah nutzen
Ladezyklen bei GEL-Batterien
- Meist ca. 700 – 800 Ladezyklen
LiFePo4-Batterie | Lithium eisen Phospaht | LFP
Ein Akku besteht aus mehreren einzelnen Zellen
Als Bordbatterie im Wohnmobil sehr gut geeignet
Vorteile einer LiFePo4-Batterie
- Wartungsfrei, auslaufsicher und rüttelfest,
- sehr gutes Leistungsgewicht,
- sehr hohe Stromentnahme möglich (geeignet für Warmwasserboiler und leistungsstarke Wechselrichter),
- extrem schnelles Laden möglich,
- hoher Wirkungsgrad,
- extrem langlebig und zyklenfest
- Keine Säure in der Batterie und daher sicher
- flache Spannungskurve
Nachteile von LiFePo4-Batterien
- Sehr hoher Investor pro gespeicherten Ah, jedoch sehr viele Ladezyklen
- spezielle Ladetechnik notwendig (geeigneter MPPT, geeigneter Ladebooster,…)
- Durch den flachen Spannungsverlaufs kann der Ladezustand nicht anhand der Spannung abgelesen werden
- partiell fragwürdige Lithium-Gewinnung
LiFeLo4-Technologie
- Einzelne Zellen, die zu einer Einheit zusammengesetzt werden,
- die Positive-Elektrode besteht aus LiFePO (Lithium-Eisenphosphat),
- die Negative – Elektrode besteht aus Graphit und Lithium
Nutzbare Kapazität und Ladezyklen bei LiFePo4-Batterie
- annähernd 100%
- Bei einer Batterie mit einer Nennkapazität 100 Ah kannst du dauerhaft annähernd 100 Ah nutzen
- Mindestens 3000 Ladezyklen
- Häufig mehr als 6000 Ladezyklen bei DoD 50%
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Hinweis
Beachte zwingend, dass dein Stromsetup auf einander abgestimmt sein muss. So muss beispielsweise der gewählte Batterietypus, deren Kapazität, der maximale Ladestrom auf das gesamte Stromsystem im Wohnmobil ausgelegt sein. Mein Erfahrungsbericht soll dich bei der Auswahl lediglich unterstützen, kann dir deine persönliche Entscheidung jedoch nicht abnehmen. Solltest du hier eine persönliche Beratung wünschen, können wir gerne ins Detail gehen. Solltest du dahingehend eine weitere Beratung benötigen, kannst du mich gerne über das Kontaktformular erreichen.






Unsere 100 Ah ECTIVE LFP Versorgungsbatterie
ECTIVE LiFePo4 Versorgungsbatterie LC100L LT LFP
- Technologie: LiFePO4 / LFP / LithiumEisenPhosphat
- Kapazität: 100Ah
- Gewicht: leichte 12,5 kg
Unsere praktische Solartasche
ECTIVE MSP 160 SunWallet
- Leistung: 160 W
- universelle Falttasche
- Ideal für Schattenparker, Dachzelte und Micro-Camper
Strombedarf im Wohnmobil Berechnen
Berechnen in 3 Schritten
- Verbraucher und deren Leistung
- Tägliche Einschaltzeit
- Täglicher Strombedarf
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