Kennst du das? Du fährst mit deinem Camper einen richtig schönen Stellplatz an, mitten in der wunderbarsten Natur. Parkst dein Fahrzeug auch noch perfekt eben, steigst aus und dann – menschliche Hinterlassenschaften links, menschliche Hinterlassenschaften rechts. Womöglich sogar noch mit schickem Klopapiertopping.

Das sorgt für Unmut. Nicht nur beim enttäuschten Camper, der nun den nächsten Platz ansteuert sondern viel mehr beim empörten Anwohner, Förster, Jäger, Pilzsammler, Gassigänger. Auch wir können uns bei dem Anblick dieser Hinterlassenschaften nur an den Kopf fassen. Denn wir alle wissen, dass muss nicht sein, das darf nicht sein. 


How to shit in the woods – deine Optionen

Welche Optionen hast du nun aber dein tägliches Geschäft auch on the road zu erledigen? Mit ein bisschen Humor zeigen wir dir die Optionen für den täglichen Camping Toilettengang auf.

Der Purist

Der Purist verfügt oft nicht über die Möglichkeit eine eigene Toilette mitzuführen, da er beispielsweise zu Fuß oder mit dem Rad reist. Zudem kennzeichnet den Purist scheinbar eine besondere Naturverbundenheit. Sieht man ihn bei Wind und Wetter mit seinem Schäufelchen oder alternativ Klappspaten in den Wald ziehen.

Dort gräbt er ein mindestens 30cm tiefes Loch und setzt sich in eine Pose, welche die Yoginis auch unter „Stuhl / Utkatasana“ kennen. Alternativ ist auch der „tiefe Yogi-Squat /Malasana“ möglich. Dort verharrt er meist angestrengt bis zur Beendigung seines Geschäfts. Er hinterlässt weder Toilettenpapier noch Feuchttücher. Und verschließt abschließend sein Loch mit ausreichend Erdreich. Der Purist ist Verfechter absoluter Einsam- und Abgeschiedenheit, ist Löcher graben in besiedelten Gegenden doch eher problematisch. 

Doch war der Purist vor einigen Jahren noch einsam im Wald unterwegs, gibt es mittlerweile immer mehr Puristen. Und wo viel Geschäft ist, wirds für die Natur zunehmend schwerer. 


Der Angler (umgangssprachlich auch Eimer-Kakadu genannt)

Den Angler sieht man des öfteren munter und erleichtert mit einem Eimerchen durch die Gegend spazieren. Doch Achtung, dieser Eimer enthält meist keinen delikaten Speisefisch. Maximal bereits verdauten.

Das Angler- oder auch Eimerklo, ist mehr oder minder ein einfacher Eimer – einem Putzeimer ähnelnd. Meist ziert diesen eine verbreiterte Umrandung, einem Toilettensitz gleichend sowie ein Deckel. Dieser Klobrillensitz scheint übrigens oft recht anhänglich und hält noch nach dem Aufstehen am Gesäß fest.

Die spartanische Variante des Angler-Klos verzichtet direkt auf den Eimer und nähert sich optisch einem Klapphocker mit toilettendeckelartiger Sitzfläche an. Vor der Nutzung wird hier eine Mülltüte eingehängt. Sollte man die Wahl haben empfehlen wir eine blickdichte und vor allem auslaufsichere Variante. Die spartanische Option hat mangels Eimer und meist Klappfunktion ein noch minimaleres Packmaß, als das handelsübliche Anglerklo. Passt also in jeden noch so kleinen Microcamper. 

Größtes Manko ist hierbei erfahrungsgemäß die sehr begrenzte Wiederverwendbarkeit. Nein nein, der Eimer hat meist eine ausreichend hohe Traglast, er bricht nicht ein. Aber auch wenn man das Anglerklo als Trockentoilette verwendet und mit dem Trelino Duftblocker-Set*, Sägespänen, Kackpulver, Kleintierstreu, etc. einstreut wird, entsteht allerdings durch die Vermischung von Flüssig- und Feststoffen doch nach kürzester Zeit ein regelrechtes Geruchserlebnis.

Und jeder der schon einmal eine Wasserbombe in der Hand gehalten hat, weiß wie spannend es ist einen mit Urin gefüllten Müllbeutel in einem Mülleimer gegebenenfalls mit enger Öffnung zu entsorgen. Sowohl für sich selbst als auch für die Mitarbeiter der örtlichen Müllentsorgung könnte dies ein explosives Erlebnis werden. 


Der Old-School-Schisser

Der Old-School-Schisser ist bis heute eine der noch am weitesten verbreiteten Gattungen unter den Campern. Ist das klassische Chemieklo doch bis dato in den meisten vollintegrierten Wohnmobilen ab Werk verbaut. Da es verbaut ist, wird es auch genutzt. Oft begegnet der Old-School-Schisser anderen Toilettenarten mit Nase rümpfen meist aber bedingt durch Verunsicherung. 

Wir haben selbst nie eine Chemietoilette verbaut, sind aber bereits Camper mit solch einem Lokus gefahren. Chemie kam für uns selbst nie in Frage, denn auch wenn es vermeintlich ökologisch unbedenkliche Mittel gibt. Von den meisten Nutzern hörten wir unterwegs immer wieder, „Naja im Sommer müffelt uns dann doch zu sehr, da muss es schon der Chemiezusatz sein.“ Für uns bedeutet Vanlife auch ein Leben möglichst im Einklang mit seiner Umwelt zu führen, da war der Einsatz einer Chemietoilette für uns eben keine Option.

Zumal wir nicht auf eine offizielle Entsorgungsstruktur angewiesen sein wollen. Denn auch wenn es in Deutschland eine große Dichte an Ver- und Entsorgungsstationen gibt. In vielen Ländern, auch europäischen ist dies nicht der Fall. So waren wir in Griechenland außerhalb der Saison beispielsweise sehr froh, nicht wie viele andere Camper mehrere 100km zur nächsten Entsorgungsmöglichkeit fahren zu müssen oder dann doch notgedrungen die Chemiekeule samt Hinterlassenschaften auf der Straße abzulassen.  

Sicher ist es äußerst bequem und ein richtiges „Toilettenerlebnis“ nach der Sitzung einfach zu spülen. Aber wer spült der benötigt eben auch Wasser. Und Wasser ist im Vanlife eine meist ebenso rare Ressource wie warme Duschen, endloser Strom bei Regenwetter und kostenlose Waschmaschinen. Wir haben circa 80l Frischwasser verteilt auf diverse Kanister. Dies inkludiert unser Trinkwasser. Da möchte man das kostbare Wasser nicht für die Toilette verschwenden. 


Der Trenner

Die Gattung des Trenners*, auch Toiletten-Hippie genannt erfreut sich immer mehr Zuwachs. Ist doch auch das Angebot an Trenntoiletten in den vergangen Jahren erheblich gewachsen und hat eine Produktreife erlangt, die den Umstieg von anderen Toilettenmodellen leicht macht. Der Trenner unterscheidet sich vom Angler im Wesentlichen, wie der Name vermuten lässt, durch die sachgemäße Trennung seiner Hinterlassenschaften. 

Eine Trockentrenntoilette besteht im Endeffekt aus Separator, Urinkanister und Feststoffbehälter. Gut und einem Behältnis außen rum sowie einem Toilettensitz. Das Prinzip ist, auch wenn es in der Vanlife-Community grade boomt, eigentlich keine sonderlich neue Erfindung. Wird es doch schon seit Jahrzehnten in Berghütten oder auch Ferienhäusern ohne Abwasseranschluss in skandinavischen Ländern gern genutzt. Die Kinderkrankheiten hat das System also bereits auskuriert.

Das Prinzip der Trenntoilette im Camper

Das Grundprinzip ist simpel, durch den Separator läuft der flüssige Teil wie in einem Trichter in einen gesonderten Kanister. Dadurch kann der Festbestandteil austrocknen. Diese Trocknung kann durch das Einstreuen von Kleintierstreu, Sägespänen oder Kackpülverchen vorangetrieben werden. Denn getrocknete Bestandteile bieten weniger Nährboden für Bakterien, müffeln vor allem auch weit aus weniger als das Gemisch. Ob´s nach Feilchen duftet? Das wäre vielleicht doch übertrieben. 

Beim Festeinbau einer Trockentrenntoilette* im Camper besteht zusätzlich die Möglichkeit einen Lüfter nach außen zu installieren – dadurch wird der verbleibende Müffelgeruch einfach nach draußen gesogen. 

Ein weiterer großer Vorteil dieser Toilettenart ist für uns die Unabhängigkeit von offiziellen Camping-Entsorgungsstationen. Der Urinkanister kann regulär in Toiletten entsorgt werden, wie man sie oft an Rastplätzen, in Städten an Parks und öffentlichen Plätzen, an Wanderparkplätzen, beim Baumarkt um die Ecke etc. findet. Je nach Medikamenteneinnahme könnte man den Urin wohl verdünnt sogar als Düngemittel im eigenen Garten nutzen. Mangels Garten haben wir das nie prüfen können.

Getrocknete Feststoffe könnten wohl ebenfalls auf dem Komposthaufen entsorgt werden, mangels Kompost ist unsere Entsorgung der Wahl der reguläre Hausmüll. Wir entsorgen unsere Hinterlassenschaften meist dort, wo wir auch unseren restlichen Müll entsorgen. Selbstverständlich in einem fest verknoteten Müllbeutel. Dadurch das hier aber kein Urin enthalten ist, hat es schon wesentlich weniger Wasserbombenfeeling.


Unsere Klo-Historie

Als wir uns den Bus vor über 3,5 Jahren gekauft und zum Camper umgebaut haben, hätten wir nie gedacht, dass wir direkt einziehen. Hätten wir das damals bereits geahnt, hätten wir irgendwo Platz für eine fest verbaute Trockentrenntoilette* im Camper mit Lüfter geschaffen. Aber hätte hätte Fahrradkette. 

Zu Beginn dachten wir, wir sind Puristen und weichen wo es geht auf öffentliche Toiletten aus. Selbst als Weekend-Warrior und Urlaubsreisende haben wir für uns bald bemerkt, das ist echt nicht besonders komfortabel und für uns ein bisschen viel Survivaltrainingsfeeling. Da muss man super dringend groß auf Toilette, es gibt keine öffentliche Toilette, draußen sind 5 Grad und es schüttet und zu allem Überfluss steht man eben oft auch nicht super einsam. Und hat man ein entlegenes Plätzchen gefunden und möchte grade zum Spatenstich ansetzen, kommt einem eine Schlange entgegen (wirklich so passiert).

Also haben wir uns als bald zum Angler weiterentwickelt und haben uns ein „Notfallklo“ besorgt, dass wir mit Sägespänen und Kleintierstreu als Trockentoilette* genutzt haben. Doch ehrlich nach einmaliger Benutzung möchte man die Toilette nicht zurück unters Bett schieben, zumindest nicht wenn an erholsamen Schlaf zu denken sein soll. Das Anglerklo kann eben wirklich zu einem Geruchserlebnis werden. 

Unser kleine Trockentrenntoilette für den Van

Im Juli 2021 haben wir final upgegraded. Nach einem Jahr Vollzeit-Vanlife war das Upgrade dringend nötig. Und ja es ist wirklich ein Zugewinn. Seit mehreren Wochen verfolgt uns eine Schlechtwetterfront mit Temperaturen um die 10 Grad Marke und Dauerregen. Da ist es einfach purer Luxus die mobile Trockentrenntoilette rausziehen zu können, mit Sicht nach draußen sein Geschäft im Wohnmobil zu erledigen, einzustreuen und die Trenntoilette wieder unterm Bett verschwinden zu lassen. 

Hauptkriterium für die Wahl der Trockentrenntoilette Trelino S* war dabei unter anderem die geringe Höhe und das doch handliche Maß, die hochwertige Verarbeitung, der starke Magnet zwischen Trenner und Deckel (um uns die Angst vorm Öffnen während der Fahrt auch auf Gravel- und Whiteroads zu nehmen) und auch wenn es noch kein Katastrophenschutzbus-orange gibt, passt das blau doch optisch auch ganz gut in unser mobiles Zuhause.



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