Stell dir vor: Du wachst auf, draußen funkelt der Schnee, während sich die kalte klare Luft wie ein stiller Begleiter um deinen Van legt. Du nippst an deiner heißen Tasse Kaffee, kuschelst dich tiefer in deine Decke und genießt die absolute Stille der winterlichen Natur. Klingt traumhaft, oder? Aber damit diese Vision kein frostiges Erwachen verursacht, musst du dein Campingfahrzeug winterfest machen. Denn Wintercamping ist ein fantastisches Abenteuer – aber nur, wenn du und dein Camper gut vorbereitet seid.
In diesem Beitrag verrate ich dir, worauf du achten musst, um dein Wohnmobil perfekt auf dein nächstes Wintercamping-Abenteuer vorzubereiten.




Warum Wintercamping? Abenteuer jenseits der Komfortzone
Während die meisten Camper:innen ihre Fahrzeuge im Winter einmotten, startet für die hartgesottenen Abenteurer:innen die schönste Zeit des Jahres: Wintercamping! Leere Campingplätze, unberührte Schneelandschaften und das Knirschen von Schnee unter den Reifen – der Winter bietet eine ganz eigene Magie. Doch dieser Zauber entfaltet sich nur, wenn dein Camper oder Wohnmobil den Bedingungen standhält. Das bedeutet, ihn winterfest zu machen, ist kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Lass uns starten, denn Abenteuer beginnen bekanntlich dort, wo die Komfortzone endet!
Wintercamping: Schritt für Schritt den Van winterfest machen
Dein Wohnmobil für das Wintercamping vorzubereiten, ist wie eine kleine Wissenschaft. Aber keine Sorge, wir machen das zusammen! Hier sind die besten Tipps, wie du Kälte und Eis austrickst.
1. Richtige Isolation – Dein Schutzschild gegen den Frost
Beim Wintercamping ist die Kälte die größte Herausforderung. Dein Camper muss wie eine warme Festung sein, und die Basis dafür ist eine gute Isolation. Vielleicht hast du schon eine Grundisolierung – gut, aber da geht noch mehr!
- Fenster abdichten: Thermomatten* sind deine Geheimwaffe. Sie lassen die Wärme drin und die Kälte draußen. Besonders nachts wirst du den Unterschied spüren. Es gibt mittlerweile für fast alle Fahrzeugtypen bereits vorgefertigte Thermomatten, solltest du wie wir mit unserem Mercedes 307d Camper Van oder Lada Niva Micro Camper keine Standard-Fahrzeuge nutzen, kannst du dir deine Thermomatten auch selbst auf Maß nähen*. Übrigens: Thermomatten sind auch in warmen Reisegebieten wie zum Beispiel Marokko ein Gamechanger, denn neben Kälte hält die Isolierung natürlich auch Wärme ab.
- Boden und Wände: Achte schon beim Ausbau oder Kauf deines Vans oder Wohnmobils auf eine hochwertige Isolierung. Ganz gleich ob du hier klassisch auf Materialien wie Armaflex* oder auf nachhaltige Optionen wie Hanf- oder Schafwollisolierungen setzt. Wenn du planst deinen Camper auch im Winter zu nutzen, ist eine gute Isolierung unabdingbar. Denke dabei auch an eine ausreichende Isolierung des Bodens. Denn glaub mir, nichts ist unangenehmer als morgens aus dem Bett zu krabbeln und einen eiskalten Boden unter den Füßen zu haben. Sollte dein Camper also noch nicht ausreichend gedämmt sein, solltest du hier gegebenenfalls nacharbeiten.
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2. Heizung für den Camper – das Muss beim Wintercamping
Für echtes Wintercamping brauchst du eine Heizung, die dir auch bei tiefen Minusgraden ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Die Frage ist: Diesel, Gas oder Strom?
- Dieselheizung: Sie läuft unabhängig vom Motor und ist daher ideal für lange Aufenthalte. Das Beste: An Diesel kommst du fast überall auf der Welt problemlos, ideal also für Weltreisende. In unserem Mercedes 307d haben wir eine Autotherm Air 2D* verbaut und haben so auch Temperaturen bis zu – 20 Grad im Camper überstanden. Solltest du kein Dieselfahrzeug haben, kannst du diese auch über einen externen Tank / Kanister betreiben. Für unseren Lada Niva Micro Camper und das Dachzelt haben wir zudem eine mobile Standheizungs-Kiste*. Aber Achtung: Je nach Reiseziel kann es durchaus nötig sein eine Diesel-Standheizung mit Höhen-Kit zu verbauen.
- Gasheizung: Eine bewährte Option, gerade im Wohnmobilbereich, aber achte darauf, dass dir nicht mitten in der Nacht das Gas ausgeht – das wäre der Horror! Eine passende Wechselflasche sowie passende Gasflaschen-Adapter* für deine Reiseregion sind also unverzichtbar.
- Strom: Nur eine Option, wenn du festen Zugang zu Landstrom hast oder über ein großes Strom-Setup in deinem Camper verfügst, da diese Heizungen echte Stromfresser sind. Aber ein kleiner Heizlüfter* ist super, um morgens auf dem Campingplatz bei Frühstück keine kalten Füße zu bekommen.
Tipp: Teste die Heizung schon vor dem Wintercamping ausgiebig. Nichts ist schlimmer, als mitten im Nirgendwo festzustellen, dass die Heizung streikt.




3. Wasser beim Wintercamping? Achtung Frostgefahr!
Eiskalte Duschen mögen für manche nach einer tollen Abhärtung klingen, doch wenn die Außentemperaturen bei -10 Grad oder kälter liegen, wird das schnell zur frostigen Herausforderung. Zudem besteht die Gefahr, dass dir dein gesamtes Wassersystem einfriert und somit Schaden nimmt. Damit du beim Wintercamping nicht auf deine Wasserversorgung verzichten musst, solltest du die folgenden Punkte beherzigen.
Wasserleitungen isolieren
Die Wasserleitungen in deinem Van sind besonders anfällig für Frost. Wenn die Temperaturen fallen, kann das Wasser in den Rohren gefrieren und die Leitungen beschädigen. Um dies zu verhindern, solltest du folgende Punkte beachten:
- Rohrisolierungen: Nutze bereits beim Ausbau hochwertige Rohrisolierungen. Achte darauf, dass die Isolierung vollständig um die Rohre gewickelt ist und auch an den Verbindungsstellen gut abschließt.
- Rohre strategisch verlegen: Wenn du deinen Van ausbaust oder die Wasserleitungen installierst, achte darauf, dass sie möglichst in warmen und gut heizbaren Bereichen deines Campers verbaut werden. Dadurch wird die Gefahr, dass das Wasser in den Rohren gefriert, minimiert.
- Temperaturüberwachung: Eine einfache Temperaturüberwachung kann dir helfen, die Temperatur deiner Wasserleitungen im Auge zu behalten. Thermometer oder digitale Sensoren können rechtzeitig warnen, wenn die Temperaturen kritisch werden.
Wintercamping: Wassertank beheizen?
Der Wassertank ist das Herzstück deiner Wasserversorgung, und es ist entscheidend, dass er auch bei kaltem Wetter funktioniert. Um sicherzustellen, dass dein Wasser nicht gefriert, solltest du folgende Strategien in Betracht ziehen:
- Wassertank im oder unterm Wohnmobil: Bei für Wintercamping geeigneten Camping-Fahrzeugen wird der Wassertank in der Regel im Fahrzeug verbaut. Camper, bei denen der Wassertank unterhalb des Fahrzeugs verbaut ist, haben selbstverständlich eine wesentlich höhere Gefahr, dass der Tank einfriert. Sollten keine weiteren Maßnahmen getroffen werden, sollte der Wassertank im Winter nicht befüllt werden.
- Heizsystem für den Wassertank: Investiere in ein Heizsystem, das speziell für deinen Wassertank geeignet ist. Es gibt verschiedene Optionen, darunter Heizelemente, die an den Tank angebracht werden, oder beheizte Tanks, die bereits mit einer integrierten Heizfunktion ausgestattet sind. Diese Systeme sorgen dafür, dass das Wasser selbst bei Minusgraden flüssig bleibt.
- Temperaturregelung und Frostwächter: Setze auf ein thermostatisches Heizsystem, das automatisch anspringt, wenn die Temperaturen unter einen bestimmten Wert fallen. Dies sorgt dafür, dass du auch in kalten Nächten immer Zugang zu Wasser hast.
- Zusätzliche Isolierung: Neben einem Heizsystem kann es sinnvoll sein, den Wassertank zusätzlich zu isolieren. Eine dicke Isolierung rund um den Tank hält die Wärme länger im Inneren und schützt ihn vor extremen Außentemperaturen. Selbstverständlich gilt das zum Beispiel auch für deinen Warmwasser-Boiler*.
- Entwässerungssystem: Wenn du deinen Van für längere Zeit nicht nutzt, stelle sicher, dass du das Wasser aus dem Tank, dem Boiler und den Leitungen abgelassen hast. Vergiss auch nicht deinen Wasserfilter trocken zu legen. Ein integriertes Entwässerungssystem kann dir dabei helfen, das Wasser schnell und einfach abzulassen, um Frostschäden zu vermeiden.
Tipp: Einfache Wasserkanister: Wenn dir das mit der Heizung des Wassertanks zu kompliziert oder aufwendig erscheint, kannst du auf einfache Wasserkanister zurückgreifen. Diese kannst du über Nacht bei dir im Fahrzeug aufbewahren, sodass sie vor Frost geschützt sind.




4. Strom im Winter – Plan B immer bereithalten
Beim Wintercamping sind kurze Tage und lange Nächte die Regel. Das heißt, weniger Sonnenlicht für deine Solaranlage.
- Ausreichend große Batterie: Besonders wenn du nicht planst auf Camping-Plätzen mit Landstrom zu stehen, solltest du vor deinem Winter Camping Abenteuer prüfen ob deine Camping Batterie ausreichend groß ist um die nötigen Verbraucher auch im Winter ohne viel Sonneneinstrahlung ausreichend zu laden. Glaub mir nichts ist nerviger als sich dreimal überlegen zu müssen, ob man die Standheizung noch starten kann oder ob schon frieren angesagt ist.
- Notfall-Stromquelle: Tragbare Powerstations wie unsere Ective AccuBox* können dein Retter in der Not sein. Gerade bei handelsüblichen Wohnmobilen ist die Aufbau-Batterie oft unterproportioniert. So kannst du dein Strom-System im Camper schnell und ohne kostspieligen und vor allem komplexen Einbau upgraden.
- Batterie bei Kälte: Für das Wintercamping sind spezielle Winter LiFePo4-Batterien* besonders empfehlenswert, da sie auch bei kalten Temperaturen zuverlässig funktionieren. Im Gegensatz zu normalen LiFePo4-Batterien, die sich durch das Batteriemanagementsystem (BMS) automatisch abschalten, um die Zellen zu schützen, verfügen spezielle Batterien für niedrige Temperaturen über integrierte Heizungen*. Diese ermöglichen es, die Batterie auch bei frostigen Bedingungen aufzuladen. Auch Gel oder AGM-Batterien sind bei Kälte problematisch, da sie erheblich an Leistung verlieren, was die Nutzung deiner Geräte im Winter erschwert. In unserem Artikel zu den unterschiedlichen Versorgungsbatterien haben wir die Vor- und Nachteile für dich verständlich zusammengefasst, um dir die Entscheidung zu erleichtern. Auch wenn die Standheizung mit Diesel oder Gas als Primärenergiequelle betrieben wird, ist ausreichend Strom wichtig, um die Standheizung zu starten und in Betrieb zu halten.
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5. Winterreifen und Schneeketten – Fahr sicher, auch wenn’s glatt wird
Abgesehen von der gesetzlichen Notwendigkeit, wenn du beim Wintercamping nicht im Graben landen möchtest, sind gute Winterreifen Pflicht. In unserem Beitrag zu Winterreifen für deinen Camper haben wir dir alles, was du wissen musst, übersichtlich zusammengefasst. Denn Winterreifen ist nicht gleich Winterreifen.
Aber damit nicht genug – auch Schneeketten* oder eine Anfahrhilfe* beziehungsweise direkt Bergebleche* gehören in jeden Camper. Denn auch die besten Reifen verlieren bei starkem Schneefall oder eisglatten Straßen irgendwann den Grip.




6. Richtige Belüftung beim Wintercamping
Es mag paradox klingen, aber beim Wintercamping ist eine gute Belüftung essenziell. Stell dir vor, du kochst, atmest und lebst im Van – dabei entsteht Feuchtigkeit. Ohne Belüftung kann sich diese an den kalten Wänden niederschlagen und zu Schimmel führen. Und glaub mir, das willst du nicht!
Sollte dein Camper über eine Nasszelle verfügen, achte beim Ausbau darauf, dass du auch hier einen Auslass der Standheizung einplanst – so kannst du nämlich deine nassen Winter- und Schneeklamotten schnell trocknen.
7. Deine Notfallausrüstung – Weil der Winter unberechenbar ist
Ein:e echter Wintercamper:in ist auf alles vorbereitet. Deine Notfallausrüstung sollte dabei nicht fehlen:
- Klappspaten und/oder Schaufel: Egal ob du dir auf dem Campingplatz einen Weg zur Campertür durch den Schnee schaffen möchtest oder du dich wirklich festgefahren hast – ein Klappspaten* ist im Winter – wie auch im Sommer – unerlässlich.
- Bergebleche: Glaub mir man fährt sich im Schnee schneller fest als gedacht – eine Anfahrhilfe* oder Bergebleche* sind hier ideal.
- Zusätzliche Decken: Sollte deine Heizung mal ausfallen, brauchst du Plan B – warme Decken oder Schlafsäcke, die für extreme Kälte geeignet sind.
- Eiskratzer und Schneebesen: Unverzichtbar, um dein Fahrzeug morgens von Schnee und Eis zu befreien.
- Erste-Hilfe-Kit*: Ein Muss, egal zu welcher Jahreszeit.
Wintercamping: Tipps für maximalen Komfort im Camper
Jetzt, wo dein Van winterfest ist, kommen die kleinen Extras, die das Wintercamping so richtig gemütlich machen:
- Heizdecke und Wärmflaschen: Setze auf zusätzliche Wärmequellen, die dir ein wohliges Gefühl geben. Solltest du über ein großes Stromsetup verfügen oder Zugriff auf Landstrom haben kann dir eine Heizdecke* eine zusätzliche Portion Gemütlichkeit liefern.
- Warme Decken: Achte darauf das deine Decken im Camper auch für kalte Temperaturen geeignet sind und packe zusätzlich Wolldecken ein.
- Mütze auf: Du verlierst die meiste Wärme über den Kopf, darum empfiehlt es sich bei frostigen Temperaturen auch beim Schlafen eine Mütze zu tragen.
- Feuchtigkeit vermeiden: Ein kleiner Luftentfeuchter kann ergänzend zum regelmäßigen Lüften Wunder wirken, um den Van trocken zu halten.
- Isolier-Vorhänge: Dicke Vorhänge zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich oder zwischen den Schlafbereichen helfen, die Wärme dort zu halten, wo sie benötigt wird. Besonders in der Nacht, wenn die Temperaturen oft drastisch sinken, sind diese Vorhänge ein echter Gamechanger.
Fazit: Wintercamping – Die richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zum gemütlichen Winterabenteuer
Die Campingsaison im Oktober beenden? Nein danke! Ganz klar, im Besonderen wer zum ersten Mal ein Wintercamping Abenteuer wagt, muss vor der Abfahrt ein bisschen mehr bedenken. Aber mit der richtigen Vorbereitung und einem winterfesten Camper wird der Campingurlaub im Winter zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Denn während draußen der Schneesturm tobt, sitzt du in deinem gemütlichen Camper und kannst dich nach einem Tag auf der Skipiste oder beim Winterwandern direkt in dein eigenes Bett kuscheln. Also schnapp dir deine Schneeketten, überprüfe die Heizung und mach dich bereit für die Wintercamping Saison!
Du planst dabei nicht auf Campingplätzen zu stehen? Dann ist vielleicht unser Artikel zum Wildcampen in Europa oder zum Jedermannsrecht in Schweden für dich interessant. Und in unserer Technik-Kategorie findest du Tipps zu Winterreifen für Wohnmobile, tragbare Powerstation oder unserem Wasserfilter für unbedenkliches Trinkwasser im Camper.




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