Als wir 2018 unseren Mercedes 307d ersteigert und zum gemütlichen DIY Wohnmobil ausbauten, haben wir begonnen unsere Erlebnisse auf Instagram als der_katastrophenschutz_bus zu teilen. Eine Art virtuelles Tagebuch für Freunde und Familie. Damals hätten wir weder gedacht, dass wir dort einmal eine größere Community ansprechen, noch dass wir direkt in den Kastenwagen Camper ziehen um damit auf Weltreise zu gehen. Als wir uns damals entschieden haben Vollzeitreisende zu werden, hatten wir uns für das naheliegende Ziel „Hippie Van – Hippie Trail“, also auf dem Landweg nach Indien zu fahren entschieden. Entgegen dieses Ziels, stehen wir grade in Georgien und fahren in die entgegen gesetzte Richtung. Aber warum? Wo geht es nun hin? In diesem Artikel möchten wir auf die häufigste Frage unserer Zuschauer auf Instagram eingehen „wohin fahrt ihr denn nun?“ und „hört ihr jetzt auf zu reisen?“ eingehen. Das der_katastrophenschutz_bus Update.


Wohin reist ihr jetzt?

Und warum diese Frage so schwer zu beantworten ist

Als wir damals diese Reise planten, hatten wir ein konkretes Ziel im Kopf. Indien. Denn Reisen haben Ziele, Reisen folgen einer Route. So waren wir es damals gewohnt. Und ohne Ziel wären wir vermutlich nie losgefahren.

Als wir losgezogen sind, wollten wir einfach nur fahren. Mit jedem Kilometer Strecke, jeder Grenze die wir passierten, jedem Land auf unserer Liste haben wir aufgeatmet. Wir wollten Abenteuer erleben, ach eigentlich wollten wir einfach nur leben. Leben so frei wie ein Vogel. Wollten unsere Flügel ausbreiten. Hatten so einen unbändigen Durst auszubrechen, auszubrechen aus all den starren Konventionen die uns festgehalten haben, in ihrer Starre erdrückt haben.

Die 2020 Learnings

2020 sollte unsere Weltreise beginnen. Im Januar 2020 haben wir unsere Reisepläne auf unserem Instagram Account der_katastrophenschutz_bus geteilt. Und kurz darauf änderte sich die Welt für Reisende – und auch alle anderen – schlagartig. Das Jahr der Grenzschließungen. Covid-19 war von dem Zeitpunkt an unser stetiger Begleiter bei all unseren Reiseplänen. 2020 hatte für uns ein ganz besonders wichtiges Learning parat. Du kannst Pläne schmieden, doch das Leben hat seine eigenen. Es bringt nichts etwas ändern zu wollen, dass nicht in deiner Macht liegt. Go with the flow.

Und diese Lektion ging viel tiefer als uns lange bewusst war.

Geographische Reiseziele und Routen

Denn wir haben aufgehört für uns ein konkretes geographisches Ziel zu definieren. Wir haben uns stattdessen ganz unterbewusst ein neues Ziel gesetzt. Nämlich so zu leben, dass sich unser Herz leicht anfühlt. Vielleicht nicht jeden Tag, das wäre eine Utopie. Aber doch an den meisten.

Diesem neuen Ziel folgend haben wir bald gemerkt, dass wir dafür nicht auf einer festen Route bleiben können. Denn das Leben ist zu vielfältig für nur einen Weg.

Reisende oder digitale Nomaden?

Das galt nicht nur für das ursprüngliche Ziel unserer Reise, sondern auch unsere Art des Reisens. Ach eigentlich für unsere gesamte Lebensrealität. Das erste halbe Jahr waren wir reine Vollzeitreisende. Dann merkten wir, dass wir nicht nach den ursprünglich angedachten zwei Jahren zurückkehren möchten. Zurück in ein Leben, das unsere Herzen alles andere als leicht sein ließ. Also wurden wir langsam immer mehr digitale Nomaden. Darauf ausgerichtet so lange in der Welt leben zu können, wie es uns gut damit geht. 

Das bedeutete allerdings auch das wir einen Teil unserer Zeit, unserer Aufmerksamkeit binden müssen und auf die Verfügbarkeit von stabilem Internetempfang angewiesen sind. Und somit eben nicht mehr einfach jeden Tag reisend sein können. Wir bauten uns diverse ortsunabhängige Standbeine – den single sourcing ist nie eine gute Idee – als digital nomads auf. Eines dieser Standbeine ist unsere Präsenz als Content Creator über unseren Instagram-Accounts der_katastrophenschutz_bus.

Ortsunabhängig arbeiten vs. Urlaub

Nichts desto trotz trieb uns das unbändige Fernweh, der unersättlicher Abenteuerhunger weiter in die Ferne. Wir wollten uns lösen, eintauchen in die Fremde, Luft atmen die nach der Freiheit der Entdecker schmeckt. 

Entlang dieses Weges durften wir so unglaublich fantastische Begebungen erfahren und Momente erleben, welche wir ein Leben lang tief im Herzen tragen werden. Ganz klar, wir haben unseren Horizont in den vergangenen Jahren in so vielerlei Hinsicht erweitert. Auch wenn wir mehr und mehr von unterwegs arbeiten, haben wir nie aufgehört die Welt durch die Augen von Weltreisenden zu sehen. Auch wenn seit diesem Zeitpunkt fortan zwei Herzen in unserer Brust schlagen.

Wenn die Ferne kein Abenteuer mehr ist

Und mit all diesen Erfahrungen wurden wir langsamer auf unseren Wegen. Wir merkten egal wohin wir mit unserem Rolling Home fahren, egal an welchem Airport wir aussteigen. Es gibt Herausforderungen, aber keine wahren Abenteuer mehr auf diesem Weg für uns. Wir waren nicht mehr fremd in der Fremde. Das Ferne, das Abenteuer ist zu unserer Komfortzone geworden.

Und dennoch war da weiter die eigene Erwartung. Wenn du diese eine Route fährst dann bist du ein Abenteurer, ein Entdecker. Einer dieser verwegenen Menschen, der du gerne wärst. 


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Eigene Erlebnisse kann man nicht durch Social Media ersetzen

Und wir merken, dass wir all die bisherigen Reisejahre nicht nur unseren eigenen Abenteuerdurst gestillt hatten. Sondern auch euren, den unserer Community auf Instagram. Und eure Sehnsucht nach der Ferne, nach dem Unkonventionellen ist immer noch so groß wie die unserige als wir 2020 losgezogen sind. Denn man kann sich vielleicht mit anderen fort träumen. Doch die Erlebnisse und Erfahrungen entlang des Weges nur bedingt teilen. Der unerfüllte Abenteuerdurst bleibt bei euch bestehen, ganz egal wohin wir reisen. Am Ende ist Social Media keine geeignete Kompensation des eigenen Fernwehs.

Mit der Zeit merkten wir immer mehr wie diese Erwartungen belasteten. Also haben wir das getan was wir am besten können. Wir sind in die Ferne gegangen um wieder frei denken zu können. Haben für uns mal wieder alle Karten auf den Tisch gelegt. Uns die Möglichkeit geschenkt uns einmal mehr neu zu denken. Was wollen wir denn eigentlich? Fernab jeglicher Erwartungen. Eurer aber vor allem unserer eigenen.

Und in dieser Zeit des Atmens, des Gedankensturms, des Fühlens wurden uns mehrere Dinge bewusst. 


Und wie geht es nun weiter? Hört ihr auf zu reisen?

Eine der_katastrophenschutz_bus Base

Zum einen wurde uns klar, wir wollen künftig ein Ort haben an dem wir zwischen unseren Reisen ankommen können. Einen Ort der nur uns gehört, an dem wir nicht Gast sind, den wir gestalten können wie es uns beliebt. Ein Ort an dem wir uns zurück ziehen können um Erlebtes zu verarbeiten oder wenn besonders arbeitsintensive Phasen anstehen. Eine Reise-Base. Eine Veränderung. Auf Instagram der_katastrophenschutz_bus hatte ich vor Kurzen die Bedeutung meiner neuen Tätowierung geteilt, vielleicht verstehst du sie nun ein wenig besser.

Möchten wir uns diese Base direkt morgen schaffen? Nein. Soll das erst im 2 Jahren sein? Nein. Möchten wir vollends sesshaft werden? Nein. Soll dieser Ort in Deutschland sein? Nein. Ist die Reise damit zu Ende? Nein, denn unsere Herzen werden immer reisend sein und können nicht für immer an einem Ort verweilen.

Abenteuer beginnen außerhalb der Komfortzone

Zum anderen ist uns bewusst geworden, dass egal wohin wir mit unserem DIY Campervan fahren oder als Backpacker reisen, es wird für uns nicht das große Abenteuer sein. Nicht mehr. Wir wissen egal welche Herausforderungen das Leben auf diesen Reisearten für uns bereit hält, wir werden ein Weg finden sie zu meistern. Selbst diese Herausforderungen sind Teil unserer individuellen comfort zone geworden. Der Mensch passt sich eben an seine Umgebung an.

Also wünschen wir uns Veränderung vor der „großen“ Veränderung. Eine Veränderung die uns wieder wach werden lässt für das Abenteuer. Die uns wieder aus unserer Komfortzone bugsiert. Eine Veränderung die mittelfristig anhalten soll um ein Abenteuer zu bleiben. Diese Veränderung wird weiterhin reisend sein.

Anker im Leben

Und schlussendlich wurde uns klar, auch wenn wir selbst Menschen sind die in der Ferne Zuhause sind, unsere Anker im Leben, unsere Herzenmenschen sind es nicht und werden es vermutlich nie sein. Und wie jedes die Welt umsegelnde Schiff müssen auch wir ab und an vor Anker, vor allem nach rauen Seepassagen. Ein kurzes Verweilen im Heimathafen, Lecks flicken, wieder festen Boden unter den Füßen spüren und proviantieren. Bevor es dann wieder hinaus geht in die Welt.


Wir folgen wieder unserem Ziel

Und all diese Erkenntnisse haben uns dazu verleitet unserem eigentlichen Ziel – dem eines leichten Herzens – nun wieder vollends zu folgen. Uns frei zu machen von all diesen Erwartungen. Jeder Weg hat eine Zeit. Und die Zeit für den Weg nach Indien oder auch in den zwischenzeitlich sehr präsenten Oman wird kommen, aber diese Zeit ist nicht jetzt

Und dadurch sind wir nicht weniger wert und auch nicht mehr. Wir sind nur wieder auf unserem Weg. Und das fühlt sich grade genau richtig an. Diese Entscheidung lässt unsere Herzen wieder leicht werden.


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Die 3 nächsten Abschnitte unserer Reise

Und da wir uns schwertun, weit in die Zukunft zu planen, haben wir diese Reise bis wir uns um eine Base kümmern in drei Abschnitte unterteilt.

Der erste Abschnitt – die nahe Zukunft

Der erste Abschnitt führt uns grade in die Südtürkei beziehungsweise nach Zypern. Weihnachten werden wir diesen ersten Abschnitt abschließen, denn das Fest der Liebe möchten wir mit den Lieben verbringen. Gemeinsame Zeit ist das Kostbarste das wir schließlich schenken können, ist sie doch begrenzt. 

Der zweite Abschnitt – 2023 wird wieder Abenteuer

Nach Weihnachten werden wir möglichst zeitnah in den zweiten Abschnitt, die Veränderung vor der Veränderung starten. Unsere Komfortzone verlassen. Das auf dem Landweg reisend bleibt uns wenn’s so läuft wie geplant in diesem Abschnitt erhalten, einige Änderungen wird es wohl dennoch geben. Ihr dürft euch also weiter auf Reise Content auf der_katastrophenschutz_bus sowie hier auf diesem Blog freuen. Ach wir sind so gespannt, ob alles so klappt wie wir uns das vorstellen.

Der dritte Abschnitt – und das Ende dieses Lebensabschnittes

Und um den dritten Abschnitt machen wir uns konkrete Gedanken, wenn es soweit ist. In diesem Abschnitt werden wir uns auf machen in die Regionen der Welt in denen wir uns vorstellen können, eine Base zu gründen. Wir haben bereits einige Ideen. Aber um diese Ideen und Visionen zu konkretisieren, ist dieser Abschnitt einfach noch zu weit in der Zukunft. Denn ihr kennt uns ja zu gut. Wir lieben es Pläne zu verwerfen. Zu Beginn unsere Reise 2020 hatten wir Angst uns irgendwann weiter zu verändern, weg vom Leben als Vollzeitreisende. Dachten voller Bange irgendwann ans Ankommen. Heute ist das anders, wie so vieles. Wir freuen uns auf diesen Abschnitt aus tiefsten Herzen. Denn wir wissen heute, dass unser Leben keine Grade ist und auch niemals sein wird.

“If we were meant to stay in one place, we would have roots instead of feet.”

Rachel Wolchin

Denn wir haben keine Wurzeln und solange uns unsere Füße tragen, wird es uns hinaus in die Welt ziehen.


Zum Abschluss

Und wenn du von dieser Routenplanung enttäuscht bist, dann ist es vielleicht Zeit, dass du selbst aufbrichst und dich in Abenteuer wagst. Dich löst aus festgefahrenen Vorstellungen sowie Glaubenssätzen und dein Leben so gestaltest, dass auch dir der Wind der Freiheit um die Nase weht. Solltest du Support bei der Planung deiner Weltreise oder dem Start in das Vollzeit Vanlife benötigen, schreib uns gerne eine Nachricht über das Kontaktformular.

Erste Tipps zur Reisebürokratie findest du schon einmal hier. Du möchtest einfach noch ein bisschen vom Reisen träumen, schau doch gerne bei unseren Reiseberichten vorbei. Du bist ohnehin nur wegen unserem schicken orangen Oldtimer DIY Camper hier, dann macht dich die Kategorie Technik vielleicht glücklich.

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