In diesem der_katastrophenschutz_bus Update verraten wir dir was ein Lada Niva Microcamper mit dem Ende unserer Weltreise und mit dem TÜV Termin unseres Mercedes 307d Oldtimer-Wohnmobils zu tun hat, warum alles viel komplexer ist als es scheint und wie es künftig bei uns weitergeht. 

In unserem letzten Update Ende 2022 haben wir angekündigt, dass wir künftig für uns persönlich einiges verändern möchten. Unsere Herzen sehnten sich so sehr nach Veränderung, waren nicht mehr frei im festgefahrenen Alltag als Langzeitreisende, Vanlifer und digitale Nomaden. Und um diese Veränderung für euch wie auch für uns greifbarer zu machen, haben wir unsere kurz- bis mittelfristige Zukunft in drei Abschnitte unterteilt. 

Abschnitt 1 war dabei die Rückreise mit unserem orangenen DIY Camper aus Armenien nach Deutschland. Aber nicht um unsere Reise zu beenden, sondern um uns bereit für Abschnitt 2 zu machen. 


Abschnitt 2 – die Veränderung

Abschnitt 2 sollte das Abenteuer vor der großen Veränderung sein. Eine Übergangsphase und um ehrlich zu sein für uns auch das große Finale dieses Reiseabschnittes. Von Abschnitt 2 und der damit einhergehenden Veränderung erhofften wir uns ein wenig Spannung und Abenteuer zurück, ein kleiner Ausbruch aus unserem Reisealltag. Eine Veränderung die uns einmal mehr aus unserer Komfortzone bugsiert. Eine Veränderung die uns wieder wach werden lassen sollte für das Abenteuer, das Neue, den Zauber des Anfangs. 

Abschnitt 2 ist nun angebrochen. Und wer unsere Reisen auf Instagram und YouTube verfolgt, hat bereits mitbekommen, dass unsere kleine Reisefamilie Zuwachs bekommen hat

Nein kein menschlichen. Nein auch keinen vierbeinigen. Einen mit etwas mehr Blei im Blut. Wir haben ein neues Reisefahrzeug. Ein Abenteuer- und Spaßmobil. Ein Off-roader. Nein kein Defender, kein Landcruiser und auch kein Jimmy. Wir haben uns einen Lada Niva 4×4 gekauft. Was ein Lada?! Ja, ein Lada.

Mehr zum Lada Niva 4×4 liest du auch in unserem Beitrag zu dem günstigen und charismatischen Geländewagen.


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Warum ein Lada Niva 4×4 Microcamper?

Zweite große Liebe 

Bereits im Oktober 2021 durften wir in Armenien den Lada Niva Probe fahren und haben uns schwer verliebt. Wie es der Fischer am Sewansee in Armenien meinte, „Der VW ist gut für die Straße, aber der Lada ist gut für die Berge. Keine Straße, kein Problem.“ Und ganz genau, dass wollten wir. 

Weiter kommen 

Denn ganz ehrlich mit unserem Heckantrieb Bus sind wir wesentlich weiter gekommen, als uns jeder prophezeit hat. Und auch weiter als wir selbst je geglaubt hätten. In der Khara Wüste im Iran ist uns bewusst geworden, wollen wir noch weiter kommen, benötigen wir ein ultra leichten Off-Roader. Und nun mal ehrlich mit 1,3 t ist der Lada wirklich ein Fliegengewicht unter den Allrad-Geländefahrzeugen. Leichter geht kaum.

Low Budget Off-roader Lada Niva

Und im Vergleich zum Defender oder auch Landcruiser sind die Nivas, auch wenn sie mittlerweile absolut gehyped sind, immer noch ein Schnäppchen. Sowohl was das Fahrzeug, als auch was die Ersatzteile angeht. Also ideal für einen kleinen Ausbruch aus dem Reisealltag mit unserem Mercedes 307d DIY Wohnmobil

Vanlife ist teuer und der Ausbau langwierig 

Im Besonderen in den letzten zwei Jahren hat sich das Bild geprägt, dass Camping teuer sein muss. Der neueste Allrad-Sprinter, der Luxus-Boho-Ausbau und das 10.000 EUR Strom-Setup prägen das Bild in den sozialen Medien. Zudem wird einem oft der Eindruck vermittelt, dass man für einen campingfähigen Selbstausbau mindestens ein Jahr Ausbauzeit einplanen sollte. Wir möchten mit diesem Projekt beweisen, dass Camping immer noch das sein kann was es ursprünglich war. Einfach, erschwinglich und in kurzer Zeit umsetzbar. Wenig Luxus, viel Improvisation aber am Ende das gleiche Freiheitsgefühl. 

Das Lada Microcamper Projekt nimmt Form an

Wie auch damals bei unserem Van war der Kauf eher spontan. Am 21.12.2022 haben wir das Fahrzeug in der Lokal-Zeitung entdeckt. Nur mit den Angaben „180t km, Lada Niva, TÜV bis 09/23, 3850 EUR“ inseriert. Ohne Bild, ohne weitere Infos, aber nur 20 km von unserem aktuellen Aufenthaltsort entfernt. Also spontan am 22.12.2022 angeschaut, für ausreichend gut befunden und am 23.12.2022 gekauft und zugelassen. Unseren Lada Niva 4×4, Baujahr 2011 in wasserwirbelgrün. Selbstverständlich mit den üblichen Rost- und Baustellen, aber noch im rettenswerten Zustand. 

In nur sieben Tagen haben wir die Karosse sowie die Fahrzeugtechnik wirtschaftlich entsprechend des Fahrzeugwertes grundsaniert. Und in 14 Tagen vom typischen Jägerfahrzeug zum gemütlichen Ferienhaus auf Rädern umgebaut. Unserem Lada Niva 4×4 Microcamper.

Und natürlich haben wir auf dieser Ausbaureise geflucht. Nicht zu wenig. Wir haben bei Minusgraden gefroren und mit kalten Fingern Schrauben unzählige Male auf- und wieder zugedreht. Aber mit jeder aufgetragenen Lackschicht, mit jedem gesägten Brett, mit jeder Kabelklemme wuchs uns der Lada Niva mehr ans Herz. Lada Ladinski, unsere Maisonette Ferienwohnung war geboren. Unser Lada Niva 4×4 Microcamper.

Vom Vanlifer zum Dachzelt-Abenteurer 

Maisonette? Genau unsere rollende Ferienwohnung hat zwei Ebenen. Den Dachträger ziert nun ein 2nd Hand erstandenes Dachzelt. Im Fahrzeug selbst könnten wir im Fall der Fälle auf dem Ausbau ein Notfallbett improvisieren. 

Möchtest du mehr zu unserem Ausbau erfahren, schau gerne auf YouTube vorbei. Hier stellen wir dir nach und nach ausführlich das Lada-Projekt wie auch den Umbau vor. 


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Und wo geht die Reise mit dem Lada Niva MIcrocamper nun hin? 

Abschnitt 2 umfasst natürlich nicht nur den Kauf und Ausbau unseres Lada Niva 4×4. Selbstverständlich möchten wir auch mit ihm reisen. In den vergangenen 31 Monaten, konnten wir 32 Länder auf drei Kontinenten bereisen und 68 Grenzen überqueren. Nun geht es für uns auf den nächsten Kontinent. Afrika is calling. Unsere Reiseherzen freuen sich auf dieses Grand Finale unserer Weltreise. Für uns heißt es nicht nur neues Fahrzeug, sondern auch neuer Kontinent. Unser vierter auf dieser Reise. 

Waren wir bisher in Marokko und Tunesien soll es für uns nun ein wenig weiter in den Süden gehen. Als Reiseziel setzen wir uns derzeit den Senegal. Das Ziel entstammt eigentlich einer spontanen Idee, als wir witzelten, dass wir unsere eigene Rallye nach Dakar starten. Dakar, Senegal, okay dann eben in den Senegal. 

Und warum nicht weiter? Weil wir möchten, dass Abschnitt 2 ein Abenteuer bleibt. Und Abenteuer haben ein Ende. Ein Ablaufdatum, ansonsten wird auch dieses Abenteuer irgendwann wieder Alltag. Das haben wir bereits beim Reisen mit unserem Mercedes 307d Kastenwagen gemerkt. Und das möchten wir diesmal einfach nicht. Wir möchten die Magie des Entdecken erhalten. 

Aber wie das so mit den Plänen ist. Aus der Erfahrung der vergangen 2,5 Reisejahre haben wir gelernt, Pläne mehr als groben Orientierungsrahmen als als fixes Konstrukt zu betrachten. Den Abenteuer beginnen dort, wo Pläne enden und die schönsten Orte entdeckt man auf ungeplanten Umwegen. 


Und was ist mit dem katastrophenschutz-bus? 

Abgelaufener TÜV bei Auslandsaufenthalt

Einer unserer Hauptpunkte während unseres Heimataufenthaltes war es den während unsers durchgehenden Auslandsaufenthaltes bereits abgelaufenen TÜV unseres DIY Campers zu erneuern. Mit dem Wunsch auf Anhieb durch die deutsche HU+AU zu kommen, haben wir bereits im Werkstattviertel in Ankara, Türkei einen einwöchigen Reparatur-Aufenthalt eingelegt. Dort haben wir alle sicherheits- und prüfungsrelevanten Teile prüfen und gegebenenfalls instandsetzen oder austauschen lassen. Unter anderen waren wir auf einem Bremsen-Prüfstand eines deutschen namenhaften Herstellers. Den Bremstest vor Ort hat unser Oldtimer-Wohnmobil mit Bravour bestanden. 

In Albanien haben wir dann noch 14’’ Stahlfelgen erstanden, da es für unsere 15’’ Felgen leider keine in Deutschland zugelassene Winterbereifung mit entsprechender Traglast gibt. Direkt hinter der slowenisch-österreichischen Grenze haben wir in Österreich auch entsprechende Winterreifen aufziehen lassen, denn die Straßenverhältnisse waren bei unserer Heimreise mehr als winterlich. 

Auch gegebenenfalls TÜV-kritische Anbauteile und Veränderungen haben wir vor Einreise in die EU demontiert, auch um unser H-Kennzeichnen unseres Mercedes 307d Wohnmobils nicht zu riskieren. 

Der HU+AU Termin Mercedes 307d Wohnmobil in Deutschland

Den Prüftermin vereinbarten wir bereits vor Wiedereinreise nach Deutschland zum frühestmöglichen Zeitpunkt bei einer grenznahen deutschen Prüfstelle. Denn die HU+AU ist Ländersache, sprich ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug kann auch nur in Deutschland zur HU+AU vorständig werden. Außerhalb des Zulassungslandes gilt es das Fahrzeug im technisch einwandfreien Zustand zu erhalten. 

Nach unseren zahlreichen Werkstattaufenthalten und teils kostenintensiven Wartungsarbeiten waren wir guter Dinge beim ersten Anlauf ohne technische Mängel trotz 30 Monaten Weltreise mit dem 34 Jahre jungen Fahrzeug durch den TÜV zu kommen. Aber bereits der erste Test auf dem Bremsstand war das Aus. 

Das harte Urteil, verminderte Bremsleistung rechts hinten und festsitzende Bremsen links hinten. Auf der gesamten Fahrt, auch auf den letzten Kilometern zum Prüfstand, haben wir keinen Verlust der Bremsleistung festgestellt und das Fahrzeug hat auch nicht zu einer Seite gezogen. Wie es sich anfühlt wenn die Bremsen versagen, kennen wir aus unserem ersten Winter in Griechenland eigentlich ganz gut. Aber nichts. Daher überraschte es uns natürlich umso mehr, dass dieses sicherheitsrelevante Versagen dazu führte, dass wir nicht die ersehnte neue TÜV-Plakette erhielten.

Das Aus für den ehemaligen Katastrophenschutzbus?

Die erste Vermutung bestätigte sich als Flo die Bremse zerlegte. Die Dichtung an der Steckachse hinten rechts war undicht, sodass wohl auf den letzten Kilometern zum TÜV-Termin die Bremse ordentlich geschmiert wurde. Und somit zum Versagen auf dem Prüfstand führte. Sollte das das Aus unsers geliebten Weltreisemobils sein? 

Verkauf des DIY Wohnmobils

Leider war aufgrund der Weihnachtstage kein Spezialwerkzeug im Umkreis zum Selbst-Demontage des Lagers verfügbar. Wodurch wir auf den ersten freien Werkstatttermin am 09.01. warten mussten. 

Also zogen wir den Start des Abschnitt 2 ein wenig vor und sahen uns bereits vor Weihnachten nach einem Lada Niva um, um mobil zu bleiben und die Zeit in der wir auf den Dicken warten nutzen zu können. Nachdem wir ein neues Fahrzeug gefunden haben, liegt der Verkauf des bisherigen nahe. Schließlich geht dieser Reiseabschnitt mit dem Kauf des Microcamper-Projektes zu Ende. Aber nein! Der „Dicke“, unser Mercedes 307d Camper ist so ein elementarer Bestandteil unserer eigenen Historie und längst zum Familienmitglied geworden. Und Familie hält zusammen, auch wenn es mal schwieriger wird. Nicht wahr? Also nein, wir trennen uns nicht von unserem orangenen Zuhause auf Rädern. Auch wenn die Reparatur in der Werkstatt natürlich um einiges kostenintensiver als die eigene De- & Montage der bereits vorliegenden Teile war. Wir haben die der_katastrophenschutz_bus Familie also lediglich um ein weiteres Mitglied ergänzt.


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Ist das jetzt das Ende der Reise? 

Ganz klar – jein. Dieser Abschnitt ist der Abschluss unserer gemeinsamen Weltreise, dann nach voraussichtlich circa drei Jahren. 

Doch das Reisen ist tief in unserem Wesen, unserer individuellen Identität verankert. Werden wir also das Reisen aufgeben und dauerhaft an einem Ort sesshaft werden? Nein. Wir haben für dieses Jahr noch großes vor, gemeinsam wie auch einzeln. Unser Leben bleibt auf jeden Fall auch künftig eine spannende Reise voller Plottwists und unerwarteter Wendungen. Und genau das lieben wir so an unserem gewonnen freien Leben. 

Wie es im Abschnitt 3 und 4 weiter geht, können wir euch gegebenenfalls schon im nächsten Life Update erzählen. Bis dahin reisen wir nun erst einmal in den Senegal. Wenn du unsere Reise verfolgen möchtest, schau doch gerne auf Instagram und YouTube vorbei, hier nehmen wir dich in unseren täglichen Reisealltag mit, teilen wertvolle Reisehacks, zeigen dir tolle Reiseziele und natürlich auch mehr von unserem Lada Niva Microcamper. 

Update: Mittlerweile gibt es auch einen extra Blogbeitrag zum Lada, dem Ausbau und der Eignung als Weltreisegefährt.

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