Mit dem Wohnmobil in den Iran – unsere Highlights

Du planst derzeit eine Reise mit dem Wohnmobil in den Iran und machst dir Gedanken über die beste Reiseroute durch die islamische Republik? Oder bist grade dabei deine Travel Itinerary für die Beantragung deines Iran Visums vorzubereiten? In diesem Beitrag fassen wir dir unsere absoluten Iran Highlights mit dem Wohnmobil zusammen. Diese Spots musst du auf deiner Iranreise gesehen haben. 


Rainbow-Mountains 

Solltest du über Armenien in den Iran einreisen, haben die Rainbow-Mountains Potenzial dein erstes Iran Highlight zu werden. Die bunten Bergketten findest du um und unterhalb der Stadt Täbris im Norden des Iran. Uns erinnerten die bunten Felsformationen sehr an unseren USA Roadtrip. In Utah, Paria Townsite haben wir das letzte Mal vergleichbares gesehen. Unser Tipp, wähle deinen Overnight-Spot so, dass du zum Sonnenaufgang in ein Tal blicken kannst. Der Blick in die bunten Felsen zum ersten Kaffee ist einfach unbeschreiblich schön. 


Maranjab Desert – Camping im Iran

Reist du über den Nord Irak, Armenien oder die Türkei in den Iran ein ist die Maranjab Wüste südlich von Teheran vermutlich eine der ersten Wüsten die du besuchen wirst. Die Wüste ist für ihre Sanddünen sowie den Salzsee Namak bekannt. Für uns ein richtiger Gänsehaut-Moment war als wir das erste Mal mit unserem Oldtimer-Campervan durch eine richtige Sandwüste gefahren sind. Die Piste durch die Wüste zur Karawanserei beziehungsweise den Salzsee ist schlecht und hat tiefe Auswaschungen. Langsam aber auch mit dem Heckantrieb Kastenwagen gut befahrbar. Bis auf ein paar sehr weiche Stellen ist der Untergrund sehr fest wenn auch durch die Waschbrett-Oberfläche sehr holprig. 

Wer beim Salzsee einen See in den buntesten Farben erwartet wird enttäuscht sein. Zumindest bei unserem Besuch war der See ausgetrocknet und glich eher einer riesigen, grau-braunen salzigen Steppe. Als wir in Richtung Salzsee unterwegs waren, sind wir aber unserem eigentlichen Highlight der Maranjab Wüste quasi über den Weg gefahren. Dromedare, direkt neben unserem Camper! Die Tiere sind scheinbar an Menschen gewöhnt. Neugierig und fast schon zutraulich, so konnten wir uns bis auf wenige Meter nähern, manche Tiere kamen sogar direkt zum Bus. 

Wer eine richtige Offroad-Tour machen möchte, wird hier sicher auch auf seine Kosten kommen. Wir haben etliche gemietete Jeeps, Toyota Landcruiser und ähnliche Offroadfahrzeuge gesichtet die offensichtlich sehr viel Spaß in den Dünen hatten.  

Mit dem Wohnmobil parken und campen kann man übrigens hervorragend auf den ersten Plateaus in der Wüste. Hier hat man neben einen atemberaubenden Blick über die Landschaft sogar noch sehr guten Internetempfang. Weiter in der Wüste ist es auch ohne Allrad-Fahrzeug möglich zwischen den Sanddünen zu parken, hier hatten wir allerdings keinerlei Handyempfang. Für uns als digitale Nomaden leider schwierig. 


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Iran Highlight Isfahan

Eine überschaubare Metropole zwischen Moderne und Tradition. Isfahan ist eine der Städte in der die Frauen die strengen Bekleidungsvorschriften maximal leger für sich auslegen, du leckere vegane Burger essen kannst oder in den Bazaren voll und ganz in das geschäftige Treiben der Stadt eintauchen kannst. Der Große Bazar rund um den Naqsch-e Dschahan Platz ist für uns einer der schönsten des Irans. Rund um den Hauptplatz findest du viel Kunsthandwerk, dass vermutlich auch auf das Kaufverhalten internationaler Reisender zugeschnitten ist. Hier findest du kleine Töpfer- und Webereien, Bastkörbe und handbestickte Mäntel, welche den strengen Bekleidungsvorschriften für Frauen entsprechen.  

Wir waren während des Ramadans in Isfahan. Demnach ist die Stadt nach Sonnenuntergang zum Leben erwacht. Es war ein ganz besonderes Feeling, auch wenn wir dadurch leider ein Großteil der Cafészene und Teekultur verpasst haben. 

Unsere Highlights in Isfahan sind ganz klar der Große Bazar, der Naqsch-e Dschahan Platz samt der angrenzenden Moschee, der Hascht-Behescht-Palast Palast im grünen Park um zwischenzeitlich mal Pause zu machen, die Bulli-Cafebars in der Chahar Bagh e Abbasi St. sowie der Food-Truck Filoofood, der Walnussburger war wirklich lecker.


Iran Highlight Varzaneh Wüste – absoluter Top Tipp 

Unser Tipp für deine Iranreise mit dem Campervan oder Wohnmobil, ganz gleich ob 2WD oder 4WD, fahr in die Varzaneh Wüste unterhalb von Isfahan. Auch mit dem Heckantrieb Camper kannst du hier problemlos inmitten der Bilderbuch-Dünen stehen. Es lohnt sich eine der beeindruckend hohen Sanddünen zu erklimmen, denn der Blick über die Landschaft bis hin zum Salzsee ist unglaublich beeindruckend. 

Sollte nicht grade ein Sandsturm angesagt sein, kannst du hier perfekte Tage in der Wüste erleben. Wie die aufgehende Sonne die Dünen in ein warmes Licht taucht, während die angenehme Kühle der Nacht vergeht. Abends ein Lagerfeuer und nachts die Sterne über der Wüste bewundern. Für uns eines der mit Abstand größten Hightlights mit dem Wohnmobil im Iran. 

Am muslimischen Wochenende kommen einige Städter aus Isfahan um die Ruhe der Wüste sowie das Abhandensein der Sittenwächter zu genießen und die ein oder andere Party zu feiern. Ruhiger ist es außerhalb des Wochenendes. Sollte man Lust haben mit Iranern zu feiern, wird man am Wochenende sicher dazu eingeladen. Lies dir hierzu am besten unseren Abschnitt über Tarouf, die iranische Höflichkeit, durch.


Die Wüstenstadt Yazd – unser Iran Highlight

Yazd, die Wüstenstadt des Irans. Während sich die Städte Teheran, Isfahan und auch Shiraz ähneln, sticht Yazd heraus. Die Stadt hat für uns einen besonderen Charme. Hier fühlt sich der Iran plötzlich weiter entfernt, fremder, mystischer und älter an. Irdene niedrige Lehmbauten, enge Gassen und mehr Frauen im traditionellen Tschador. Die Stadt präsentiert sich aber auch modern mit hippen Cafés, Frauen die das Hijab mutig gegen einen Bucket Hat oder durchsichtiges Kopftuch getauscht haben und schönem Kunsthandwerk in den Gängen unmittelbar der Jameh Moschee. 

Der Kaffee, frischgepresste Orangensaft sowie das Tomatenomlette im Traveller Café sind übrigens absolut empfehlenswert. Der Geldwechseler im Bazar (ungefähre Koordinaten N31.89667, E54.36909 – auch in der App iOverlander hinterlegt / Nutzung auf eigene Gefahr) hat einen der besten Wechselkurse im Iran. Gleicht der Kurs doch annähernd dem von Bonbast. Informiere dich bevor du mit dem Wohnmobil in den Iran einreist über den gültigen Wechselkurs sowie die komplexe Währungsthematik im Iran. Das Wichtigste über den Iran haben wir in unserem Iran-FAQ zusammengefasst. Direkt gegenüber der Polizei haben wir übrigens immer zentrumsnah einen Parkplatz gefunden, sicher erschien es uns dort auch. 


Die Türme des Schweigens

Die zoroastrische Luftbeststattungsstätte in der Nähe von Yazd ist absolut einen Besuch wert. Für uns war es der erste Berührungspunkt mit dem zoroastrischen Glauben und daher umso interessanter. Circa 10.000 Zoroastrier leben in der unweit entfernten Stadt Yazd.

Für die Zoroastrier gelten die Elemente Erde, Feuer, Luft, Wasser als heilig und dürfen nicht durch den Leichnam beschmutzt werden. In den sogenannten Türmen des Schweigens oder Dachma (persisch für Grab) werden die Toten umgeben von einer Steinmauer für Geier und andere aasfressende Vögel abgelegt. Die Steinmauer soll verhindern, dass andere aasfressende Tiere wie Hunde sich am Leichnam gütlich tun. Die Seele der Verstorbenen soll dem Glauben nach mit den Vögeln in den Himmel getragen werden. Je nach dem ob zu erst das linke oder rechte Auge ausgehakt wird, geht entsprechend des Zoroastrismus die Seele in den Himmel oder die Hölle über. 

Seit 1970er Jahren wird diese Bestattung aus hygienischen Gründen so im Iran nicht mehr praktiziert. Anwohner hatten sich wohl immer wieder über die vom Himmel fallenden menschlichen Überreste beschwert. 

Die Anlage bei Yazd ist sehr gut erhalten und bereits lange nicht mehr im Betrieb. Hier bekommt du einen guten Einblick in den Totenkult der einstigen Weltreligion des Zororastrismus.  

Wem es nicht zu gruselig ist, der kann auch direkt innerhalb der Außenmauer der Anlage unterhalb des Turms des Schweigens parken. Achtung teils ist der Kies sehr lose und man fährt sich schnell fest, grade wenn du im Dunkeln ankommst. Für uns einer der besten Übernachtungsspots in der Nähe von Yazd. Zentrumsnah und die Nacht ist super ruhig, erst ab 09:00 kommen langsam Besucher. Der Spot eignet sich auch wenn du am nächsten Tag weiter Richtung Norden oder Süden fahren möchtest um den Iran weiter mit dem Wohnmobil zu erkunden.


Die antike Residenzstadt der Perser – Persepolis

Die einstige Residenzstadt des antiken Perserreichs Persepolis ist für uns ein absolutes Iran Highlight besonders mit dem Wohnmobil. Persepolis, zu persisch Tacht-e Dschamschid wurde bereits 520 v. Chr. im Süden des heutigen Irans gegründet und zählt heute zum UNESCO Welterbe. Der Name stammt wohl aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Stadt der Perser“. 

Persepolis befindet sich auf einer circa 15 ha großen angelegten Terrasse. Über die verschiedenen Herrschergenerationen wurden darauf 14 Gebäude angelegt. Bereits 330 v. Chr. wurde die Palaststadt von Alexander dem Großen teils niedergebrannt und zerstört. Die Anlage wurde über die Jahrtausende im Wüstensand begraben und so perfekt konserviert. Die teils extrem gut erhaltenen Überreste kann man noch heute bestaunen.

Unser Tipp, den Besuch außerhalb des muslimischen Wochenendes einplanen. Denn Freitags ist Persepolis besonders gut besucht. Wer eher in Ruhe durch die einstiege Residenzstadt schlendern möchte, dem empfehlen wir zudem ein Besuch kurz vor Schließung. 

Wer sich für die Persepolis interessiert, dem können wir die Terra X Dokumentation „Die Erbschaft des Feuers“ ans Herz legen. Fanden wir als Vorbereitung zur Besichtigung super.

Übernachten kannst du übrigens direkt auf dem offiziellen Parkplatz davor. Das Parkticket ist nämlich 24 Stunden gültig. Vermutlich nicht der charmanteste Overnightspot auf deiner Reise mit dem Wohnmobil durch den Iran, aber praktisch ist er auf jeden Fall. Auf dem Parkplatz haben mit uns auch einige iranische Familien und Gruppen in Zelten gecampt. 


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Freistehen im Iran – Highlight Strände am persischen Golf

Der Küstenabschnitt zwischen Busher und Bandar Lengeh ist unseres Erachtens einer der Schönsten der Welt. Wilde unberührte Strände, atemberaubende Felsformationen, türkisfarbenes Wasser und die schönsten und größten Muscheln überhaupt. Die Strecke entlang der Küste ist traumhaft, auch wenn sie streckenweise nicht ganz so gut in Schuss ist. Selbst aus dem Auto im Vorbeifahren konnten wir im Mai unzählige wirklich riesige Wasserschildkröten sichten. 

Als Frau im Iran im Bikini oder Badeanzug baden ist schwer bis nicht möglich, da die freizügige Badebekleidung alles andere als den Bekleidungsvorschriften im Iran entspricht. Im Norden an der Küste des Kaspischen Meers gibt es wohl einige Frauenbadestrände. Diese sind wohl mit weit in das Meer reichenden Sichtschutzwänden ausgestattet. Hier gehen auch iranische Frauen baden, einige wohl auch im Bikini. Am persischen Golf haben wir keinen dieser speziellen Badestrände gefunden.

In ganz einsamen Buchten bin ich in voller Montur also mit langer weiter Hose und über den Po reichenden Longshirt und Buff über die Haare ins Wasser gegangen. Herrlich erfrischend war das Bad bei 40 Grad Außentemperatur um 09:00 Uhr morgens auch so. Für Männer ist eine leger sitzende Badeshorts am Strand übrigens in Ordnung, ein T-Shirt dazu wäre aber angemessener. Wir haben an den Stränden immer wieder Männer in Badeshorts gesehen, aber nur einmal Frauen welche gemäß den üblichen Vorschriften bekleidet ganz versteckt in einer halbdunkeln Höhle gebadet haben. An einem einsichtigen oder gar belebten Strand wäre aber wohl auch das Baden in voller Montur nicht angemessen.


Parken in einer alten Karawanserei (Nähe Yazd / Kashan) 

Wildcampen ist im Iran weitestgehend sehr gut möglich. Damit das auch künftig so bleibt, gehe mit gutem Beispiel voran und halte dich an die Camping-Bennimmregeln fürs Freistehen und Wildcampen

Karawanserei bei Kashan

Einer unserer Highlight Übernachtungsplätze im Iran. Gibt es einen besseren Wildcamping Spot für uns digitale Nomaden als in einer alten Karawanserei? Wir finden nicht. Für die Nacht vor oder nach deinem Aufenthalt in der Maranjab Wüste empfehlen wir dir daher in der Karawanserei in der Nähe von Kashan zu halten. Hier kannst du in mitten der alten Mauern für eine Nacht gemütlich stehen, bist vor Sandstürmen und Blicken geschützt und kannst die Atmosphäre dieser alten Mauern in dich aufsaugen. Wir standen hier drei Nächte, in der Zeit kamen gegebenenfalls drei Autos und zwei Motorräder vorbei. Also auch für Frauen angenehm sich, zumindest zeitweise, so unbeobachtet zu fühlen um den langen Überwurf gegen ein T-Shirt tauschen zu können und das Kopftuch Kopftuch sein zu lassen. 

An manchen Flecken hast du halbwegs stabilen Internetempfang. Von hier aus kann der Militärcheckpoint vor der Maranjab bei Bedarf umfahren werden. 

Karawanserei zwischen Varzaneh und Yazd

Wenn du von der Varzaneh-Wüste kommst und dich auf dem Weg nach Yazd oder in die entgegengesetzte Richtung befindest, wartet ein weiteres Iran Highlight mit dem Wohnmobil auf dich. Wenn du die Strecke abseits der Autobahn wählst, kommst du an dieser wirklich gut erhaltenen Karawanserei vorbei. Scheinbar ist ein Teil wieder aufgebaut worden. Ob daraus mal ein Hotel werden sollte oder ähnliches ist heute nicht mehr erkenntlich.

Allen Anschein nach wird die Karawanserei wieder von den Nomadenvölkern mit ihren Tieren genutzt. Im Erdgeschoss findet man etliche Ziegenhinterlassenschaften aber auch Feuerstellen von ihren Hirten. Selbst eine Toilette ist eingebaut worden. Auch wenn es sich um das übliche Hockklo handelt und viele Orte ansprechender wären sein Geschäft zu verrichten, als dieses zu nutzen, hat seine Existenz uns dennoch überrascht. Im Innenhof befindet sich zudem noch ein intakter Brunnen, der offensichtlich als Wasserquelle für die Tiere dient. Wir würden allerdings selbst unter Verwendung unseres Trinkwasserfilters* das Wasser nur im Notfall trinken. 

Weiter auf der Strecke gibt es noch den Blackmountain, den schwarzen Berg. Es scheint so als ob der Fels einen vulkanischen Ursprung hat, genaueres konnten wir leider nicht herausfinden. Dennoch ist es beeindruckend wie sich dieser massiv schwarze Berg aus der Umgebung erhebt. Auf der Strecke ein weiteres Iran Highlight.

Wir hatten weder an der Karawanserei noch am Black Mountain Telefon-/ Internetempfang, sollte dies für dich relevant sein. 


Weitere Informationen zum Iran, der Verfügbarkeit von Diesel, Beantragung des Visums oder auch den strengen Bekleidungsvorschriften erhältst du in unserem Iran-FAQ. Solltest du über den Nord Irak mit deinem Camper in den Iran einreisen empfehlen wir dir unseren Beitrag zur Einreise in den Iran


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