Heute entführen wir dich in die faszinierende Welt Marokkos, das nicht nur für seine atemberaubende Landschaft, leckeres Essen und reiche Kultur bekannt ist, sondern auch ein ideales Ziel für Abenteuer mit dem Wohnmobil darstellt. Wir teilen unsere Marokko Erfahrungen mit dir und verraten dir, was du unbedingt vor deiner Reise mit dem Wohnmobil, Camper Van oder Dachzelt nach Marokko wissen musst.




Marokko mit dem Wohnmobil: Die Vorbereitung
Bevor du dich auf dem Weg machst, ist eine gründliche Vorbereitung der Schlüssel zu einem entspannten und sicheren Abenteuer mit deinem Camper in Marokko.
Wohnmobilreise Marokko: Wichtige Dokumente
Für eine Reise mit dem Wohnmobil, Van oder Auto nach Marokko benötigst du die folgenden Dokumente:
- Ein über die gesamte Aufenthaltsdauer gültiger Reisepass (eine Einreise mit Personalausweis ist nicht möglich. Deutsche Staatsbürger:innen benötigen für touristische Zwecke bis zu 90 Tagen kein gesondertes Visa).
- Offiziell: Nationaler Führerschein in Verbindung mit dem internationalen Führerschein (nach dem Abkommen von 1968)
- Offiziell: Nationaler Fahrzeugschein in Verbindung mit dem internationalen Fahrzeugschein
- „Grüne“ Versicherungskarte insofern deine KFZ-Versicherung Marokko abdeckt. Alternativ kannst du eine KFZ-Versicherung an der Grenze abschließen. Diese ist aber relativ teuer, sodass sich unter Umständen auch die kurzzeitige Erweiterung der heimischen Versicherung oder eine Zusatzversicherung rentieren kann.
Hinweis: Offiziell benötigst du für eine Reise mit dem Wohnmobil durch Marokko einen internationalen Führerschein sowie einen internationalen Fahrzeugschein. Solltest du deine Reise aus deinem Heimatland antreten, würden wir dir auch definitiv die Beantragung dieser Dokumente empfehlen. Die Kosten sind überschaubar und allein als Übersetzungshilfe können beide Dokumente sehr nützlich sein. Auf unseren vier Reisen durch das nordafrikanische Land wurden beide Dokumente aber nie, weder bei der Ein- oder Ausreise noch in Polizeikontrollen nachgefragt. Da die Dokumente nur eine sehr begrenzte Gültigkeitsdauer haben, dürften diese bei einigen Langzeitreisenden abgelaufen sein. Mehr Tipps zur Reisebürokratie findest du in unserem FAQ zur Weltreiseplanung.


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Wohnmobilreise Marokko: Die Einreise
Hast du alle nötigen Dokumente für dich und dein Fahrzeug beisammen, geben wir dir einige Tipps zur Einreise mit dem Wohnmobil nach Marokko an die Hand.
Fährverbindungen nach Marokko mit dem Wohnmobil
Marokko ist über verschiedene Fährverbindungen von Europa aus erreichbar. Beliebte Abfahrtshäfen sind dabei Algeciras, Spanien sowie Genua, Italien. Die Wahl des Hafens hängt von deiner bevorzugten Route, deinem Budget aber allen voran auch von deinem Reiseplan ab.
Ab Italien nach Marokko
Die 53 stündige Fährfahrt von Genua nach Tanger Med haben wir für dich auf unserem YouTube Kanal ausführlich dokumentiert. Das Fährticket erwirbst du hier am besten vorab online, um dir den besten Preis zu sichern.
Ab Spanien nach Marokko – Ticketkauf bei Carlos
Solltest du Algeciras, Spanien als Abfahrtshafen wählen kannst du dein Ticket kurzfristig bei Carlos in seiner Agentur Viajes Normandie vor Ort erwerben. Carlos ist eine Instanz und lässt schon seit Jahrzehnten die Herzen von Marokkoreisenden mit dem Wohnmobil höherschlagen. Was vermutlich nicht nur an dem kleinen Präsent nach Kauf liegt.
Das Flex-Ticket bietet dir ein variables Hin- und Rückfahrt-Ticket. Du kannst also Tag und Uhrzeit der Überfahrten frei und spontan wählen. Carlos verkauft Tickets sowohl nach Ceuta, einer spanischen Exklave auf dem afrikanischen Kontinent oder auch direkt nach Tanger, Marokko.
Für unseren 5m Campervan haben wir im Januar 2024 230,00 EUR für das Flex-Ticket inklusive Hin- und Rückfahrt gezahlt. Das war günstiger als vergleichbare kurzfristig gebuchte Festtermine, welche wir über die gängigen Online-Plattformen gefunden haben. Bei Carlos Geld zu wechseln, macht nur Sinn wenn du keine Kreditkarte hast mit der du kostenfrei im Ausland Geld abheben kannst oder du direkt am Hafen eine Kfz-Versicherung für dein Fahrzeug erwerben musst.
Unser Tipp: Lehne den Wechselkurs beim Geld abheben im Ausland mit der Kreditkarte am Automaten bei Möglichkeit immer ab. Der Wechselkurs deiner Bank ist in der Regel immer der bessere. Weltweit sparen wir mit dem Verfahren oft bis zu 10 EUR pro Abhebung.
Simkarte für Marokko – mobiles Internet
Auch SIM-Karten sind direkt in Marokko günstiger als bei Carlos. Eine Simkarte mit unbegrenztem mobilen Internet kostet beim Anbieter INWI im Januar 2024 300 MAD.
Unser Tipp: Lade dir noch in Spanien oder Italien die Offline Karte von Nordmarokko bei Google Maps herunter. Und markiere schon einmal die ersten beiden INWI Shops, eine Tankstelle sowie den ersten Campingplatz oder Wildcampingspot. So kannst du auch ohne vorab erworbene marokkanische Simkarte entspannt in Marokko navigieren.
Tanger oder Ceuta – welche Fährverbindung ist besser?
Tanger ist in der Regel die teurere Fährverbindung, Ceuta hingegen ist für die langwierige Grenzabwicklung und intensive Fahrzeugkontrollen bekannt. Welche Fährverbindung für dich die bessere ist, hängt also stark von deinem Budget und deinem Reiseverhalten ab.



Zoll- und Einfuhrbestimmungen
Informiere dich im Voraus über die Zoll- und Einfuhrbestimmungen in Marokko. Diese findest du beispielsweise auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.
Die Einfuhr einer Drohne nach Marokko ist strengstens untersagt! Wir sind in der Vergangenheit über drei verschiedene Grenzübergänge eingereist und an allen wurden wir explizit nach einer Drohne gefragt. Grade der Grenzübergang Ceuta ist für sehr intensive Fahrzeugkontrollen bekannt. Eine Drohne in das nordafrikanische Land zu schmuggeln ist also absolut nicht empfehlenswert!
Hinweis: Solltest du dein Fährticket bei Carlos kaufen, kannst du hier auch deine Drohne einlagern.
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Als Selbstfahrer:in mit dem Camper durch Marokko: Tipps für den Straßenverkehr
Das Fahren durch Marokko mit dem Wohnmobil ist eine unvergessliche Erfahrung. Die Straßen sind vielfältig – von kurvigen Bergstraßen, breiten Autobahnen bis zu endlosen Wüstenpisten.
Unser Tipp: Nimm dir Zeit. Marokko ist ein Land der Entschleunigung. Genieße die Fahrt, mache Pausen an den spektakulären Aussichtspunkten und lass dich von der Schönheit des Landes verzaubern. Vergiss nicht deine Wassertanks und auf dem Markt deine Vorräte mit frischem Gemüse und Brot aufzufüllen, damit du länger an den entlegensten Ecken verweilen kannst.
Straßen in Marokko
Das Straßennetz in Marokko reicht von gut ausgebauten Autobahnen bis zu unbefestigten Pisten. Die Hauptverkehrswege zwischen den Städten sind in der Regel gut instandgehalten. Selbstverständlich ist es dennoch ratsam auf den Zustand der Nebenstraßen besonders in entlegenen Gebieten zu achten und bei Unsicherheit gegebenenfalls Nachtfahrten zu meiden. Denn unbeleuchtete Eselkarren, Hunderudel oder auch Menschen auf der Fahrbahn sind keine Seltenheit.
Sowohl unser Mercedes 307d mit Heckantrieb als auch unser Lada Niva 4×4 haben auch die unbefestigten Straßen gemeistert. Eine gründliche Überprüfung der Reifen und des Fahrzeuges im Allgemeinen ist vor jeder Reise, so auch nach Marokko ratsam. Verschleißteile wie Keilriemen, Kraftstofffilter oder auch Radlager führen wir in der Regel für unsere Fahrzeuge mit, um für kleinere Arbeiten keine Werkstatt aufsuchen zu müssen.




Maut in Marokko
Einige Autobahn-Abschnitte sind mautpflichtig. Das marokkanische Mautsystem ähnelt dem italienischen, man zieht entweder ein Ticket oder zahlt direkt an einer der Mautstationen.
Achte darauf, dass du genügend Bargeld dabeihast, da die wenigstens Mautstellen Kreditkarten akzeptieren. Die Mautgebühren variieren je nach Strecke und sind eher moderat. Wobei sich die einzelnen Mautklassen deutlich unterscheiden. So zahlten wir mit unserem Lada Niva (C1) in der Regel die Hälfte von unserem Mercedes307d (C2).
Auto fahren in Marokko: Achtung Radarkontrolle
Wie auch in Europa gibt es in Marokko regulär Verkehrsregeln und im Gegensatz zu Westafrika wird sich auch meist drangehalten. Das gilt auch für Geschwindigkeitsbeschränkungen, es gibt häufig sowohl fest installierte Radarkontrollen als auch mobile Blitzer und Vergehen werden auch streng geahndet.
Kontrollen durch die Polizei
Vor jeder größeren Stadt sowie gelegentlich über Land findet man Polizeikontrollen. Das mag als Europäer:in erst einmal ungewohnt erscheinen, ist aber grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Sobald die Polizisten: innen unser ausländisches Kennzeichen erkannten wurden wir in der Regel einfach durchgewunken. Korruption bei Kontrollen wie in Westafrika haben wir in Marokko nicht erlebt.
Camping & Wildcamping in Marokko
Marokko bietet eine breite Palette von Campingmöglichkeiten für Reisende mit dem Wohnmobil, Camper Van oder Dachzelt. Von den einsamsten Wildcamping-Plätzen bis hin zu parzellierten Campingplätzen ist für fast jeden Geschmack etwas dabei. Auch wenn man eher keinen europäischen Standard erwarten sollte, die Sanitäranlagen sind meist sehr einfach und nicht immer gut instandgehalten. Aber wer nach Marokko reist, sucht ja auch das Abenteuer und möchte nicht denselben Luxus, wie auf dem heimischen 5-Sterne-Camping-Platz.
Wir haben die Marokkaner:innen immer als sehr gast- und camperfreundlich erlebt. Unsere Erfahrung zum Freistehen in Marokko haben wir ausführlich im Beitrag „Wildcamping Marokko mit dem Wohnmobil – erlaubt und sicher?“ zusammengefasst.




Marokko mit dem Wohnmobil entdecken
Erkunde Wüstenorte wie Merzouga oder Zagora, wo du atemberaubende Sonnenuntergänge über den Sanddünen erleben kannst. Verliere dich in den verwinkelten Medinas der beeindruckenden Königsstädte Fes, Marrakesch, Meknes und Rabat. Genieße eine Fahrt durch die Berberdörfer im Atlasgebirge, um einen Einblick in das authentische Leben dieser faszinierenden Kultur zu erhalten. Oder lass dich treiben durch die entspannten Städte und Dörfchen der Atlantikküste wie Essaouira, Sidi Kaouki oder Taghazout oder surfe die längste Welle Afrikas in Imsouane.
Marokko mit dem Wohnmobil – wie lange?
Solltest du nicht die vollen 90 Tage Zeit haben, würden wir dir empfehlen dich auf die Küste oder das Hinterland mit der Wüste, dem Atlasgebirge und einer Königsstadt zu konzentrieren.
Für einen Roadtrip entlang der Küste, bis Agadir können bereits drei Wochen ausreichen. Solltest du auch noch einen Abstecher durch das Innland nach Fes oder Chefchaouen, der blauen Perle Marokkos einplanen, würden wir dir mindestens fünf Wochen empfehlen.




Fazit: Marokko mit dem Wohnmobil – ein unvergessliches Abenteuer erwartet dich
Marokko mit dem Wohnmobil zu erkunden, ist ein unvergessliches Abenteuer voller Kontraste und Überraschungen. Von den geschäftigen Souks, den Märkten der Städte bis zu einsamen sternenklaren Nächten in der Wüste bietet das Land eine Vielzahl von Erlebnissen für jede:n Reisende:n.
Das langsame Reisen über Land gibt dir die einmalige Möglichkeit das Land ganzheitlich auch abseits der Tourismus-Hotspots zu erleben und so wirklich in die Kultur einzutauchen.
Unser Tipp: Probiere unbedingt Tajine, trinke literweise frischen Minztee und gönn dir mindestens einmal einen kostengünstigen Kaffee aus der Siebträgermaschine entlang des Weges an einem der unzähligen Kaffee-Autos. Pro-Tipp, du kannst hier auch deine eigene Tasse verwenden und so Müll sparen. Auch die eigene Pflanzenmilch konnten wir fast immer mitbringen.
Solltest du jetzt am liebsten direkt Marokko mit dem Wohnmobil erkunden wollen, haben wir noch eine Camper Packliste vorbereitet. Eventuelle Bedenken zur Sicherheit und zum Wildcamping räumen wir in unserem ausführlichen Blogbeitrag aus. Hilfreiche Infos zum Thema Trinkwasserfilter im Wohnmobil, Weltreisefinanzierung oder auch zum Handeln auf dem Bazar findest du natürlich ebenfalls auf unserem Blog.








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