HANDELN AUF DEM BAZAR – SO VERHANDELST DU WIE EIN EINHEIMISCHER 

Günstig einkaufen in der Türkei, Marokko oder dem Iran? Du nimmst lieber den ersten genannten, eventuell überteuerten Preis an anstatt ein bisschen zu feilschen? Wir verraten dir wie du den traditionellen Teil der Preisverhandlung künftig genießen kannst und bisschen tiefer in die Kultur des Landes eintauchen kannst. Mit unseren Tipps und Tricks zum Handeln auf dem Bazar kannst auch du günstig auf den traditionellen Märkten einkaufen. 


Einkaufen wie ein Local – unsere Top 10 Bazar Tipps

1. Nimm es nicht persönlich 

Handeln auf dem Bazar ist in vielen Regionen essentieller Bestandteil eines Kaufprozesses. Wenn dein Gegenüber zu Beginn einen höheren Preis ansetzt, bedeutet das nicht zwangsläufig das man dich über den Tisch ziehen möchte. Sondern ist eben einfach traditioneller Bestandteil eines Kaufs. In den wenigstens Fällen wirst du übrigens so viel zahlen wie ein Einheimischer. Vergleicht man das Lohnniveau des eigenen Herkunftslandes mit dem des Reiselandes wirst du aber auch schnell merken, dass ein gewisser Preisunterschied eventuell sogar angemessen ist. In manchen Ländern stellt die Preisgestaltung nach Augenmaß auch eine Art Sozialsystem dar, quasi eine Quer-Finanzierung. So kann sich eventuell auch der Einheimische ein Produkt leisten das sonst außerhalb seines finanziellen Spielraums wäre. So gesehen ist es doch auch wieder in Ordnung das man als Reisender nicht den Local Preis zahlt, oder? 

2. Bring Zeit mit

Eine Verhandlung kann je nach Verkaufswert und Reiseland schon mal ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen. Oft wird reichlich Tee getrunken und es werden Snacks gereicht. Meist werden noch Bilder der Familie oder des Freundes / Cousins aus Deutschland gezeigt. Manchmal werden eben jene noch angerufen, sodass man per Facetime ein paar Worte auf deutsch sprechen kann. Packe also genug Zeit für den Verhandlungsprozess mit ein. Unter Zeitdruck bekommst du voraussichtlich nicht den besten Preis. 

3. Immer höflich bleiben und lächeln 

Wir Mitteleuropäer verhandeln gerne mit düsterer Miene und harten Worten. Das passt leider so gar nicht zu vielen Mentalitäten. Mit harschen Worten und genervtem Blick wird das zum Beispiel in Südostasien oder auch dem Nahen Osten nichts mit dem guten Preis. Mach es wie die Locals. Sei nett, mache dem Gegenüber Komplimente für seinen schönen Laden, die tollen Produkte und habe stets ein Lächeln auf den Lippen. Lerne vielleicht ein, zwei Wörter der Landessprache wie „Hallo, Danke, Wie viel kostet es?“. Kommt immer super an. Hand habe es zudem wie die Verkäufer selbst, erzähle erzähle erzähle. Wie viel Wahrheitsgehalt deine Geschichten haben ist dabei meist völlig irrelevant. Hauptsache du kannst sie glaubwürdig vertreten. 


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4. Gute Preise für die arme Kirchenmaus

Bedenke bei deiner Outfitwahl für den Bazarbummel, dass die Preise oft nach Augenmaß getroffen werden. Siehst du also reich aus, wird der Preis in der Regel auch höher angesetzt. Die neuesten Markenklamotten, die nagelneuen Sneaker, das Handtäschchen mit Designerlogo und die Spiegelreflexkamera um den Hals sind nicht die besten Voraussetzungen für einen günstigen Einkauf auf dem Bazar. Flo liebt aus diesem Grund seine alte, unzählige male geflickte Secondhand-Lederjacke für Shoppingtouren über den Bazar. 

5. Achte auf die dir gestellten Fragen 

Der Verkäufer unterhält sich so nett mit dir und fragt dich wo du in Deutschland wohnst, wo du arbeitest und welches Auto du fährst? Bedenke, dass er auch mit diesen Fragen unter Umständen herausfindet welches Preisniveau er ansetzen kann. Beziehungsweise du voraussichtlich zu zahlen bereit bist. Die Antwort in München, bei BMW und einen X6 ist also nicht die geschickteste Antwort für einen möglichst guten Preis. Wir erzählen meist ganz offen, dass wir keine Wohnung mehr in Deutschland haben und alles was wir noch besitzen in unser 34 Jahre altes Auto passt. Hat uns schon den ein oder anderen mitleidigen Blick aber auch guten Preis eingebracht.

6. Erst über ein anderes Produkt verhandeln

Verhandele erst über ein anderes Produkt, am besten ein geringfügig höhenwertiges. Oft steigst du dann beim vermeintlich minderwertigen Produkt schon mit einem günstigeren Preis ein, da du ja nur dir ja nur dieses leisten kannst. 

7. Handeln auf dem Bazar – dein letzter Preis

Der Verkäufer nennt dir den ersten Preis und du musst erst überlegen ob du selbst zu 70% dieses Preises bereit wärst das Produkt zu kaufen. So strahlst du keine Sicherheit aus und lässt dich gegebenenfalls überrumpeln. Überlege dir also bereits vor deinem Marktbesuch was du gerne ergattern würdest und was du maximal bereit bist dafür zu bezahlen. Mach dich im Vornherein auch mit dem aktuellen Wechselkurs vertraut und such dir eventuell eine Währungsumrechnungs-App heraus in der du schnell auch offline den genanntenPreis umrechnen kannst. Tipps für hilfreiche Reise-Apps haben wir dir in diesem Beitrag zusammengefasst.

8. Einfach mal gehen – Tipp zum Verhandeln auf dem Bazar

Die Preisverhandlung hat einen gewissen festgefahrenen Punkt erreicht und du bist noch nicht ganz bereit den dir genannten Preis zu zahlen? Bedanke dich höflich für das nette Gespräch, erkläre dass du diesen Preis nicht zahlen kannst. Drehe dich um und gehe. Oft kommt dir der Verkäufer nach und kommt dir noch etwas mit dem Preis entgegen. Und wenn nicht kannst du dich immer noch entscheiden den höheren Preis zu zahlen oder es in einem anderen Shop erneut zu versuchen. 

9. Geld vorab heraussuchen

Nur den Betrag, denn du auch bereit bist zu zahlen plus ein bisschen Puffer, sichtbar in den Geldbeutel packen. So kannst du im Zweifel den Geldbeutel aufmachen und sagen „Schau, das ist alles was ich noch habe und ich bin bereit dir all mein Geld zu geben. Mehr kann ich aber wirklich nicht zahlen.“ 

10. Abseits der Touristenmärkte einkaufen

Ganz klar, wer abseits der Touristenmärkte oder außerhalb des Stadtzentrums einkauft ist meist günstiger unterwegs. Allerdings muss man natürlich auch dazu sagen, dass es dort meist eben auch dem Herkunftsland entsprechende Waren und nicht die auf Touristen zugeschnittenen Souvenirs gibt. Obst, Gemüse, Stoffe und Gebrauchsgüter wirst du dort aber immer günstiger einkaufen können. Umso früher du auf den Local-Märkten bist umso größer ist meist noch die Produktauswahl und die Geduld der Verkäufer. Übrigens bei Lebensmitteln wie Obst und Gemüse wird meist nicht gehandelt.


Du möchtest tiefer in die Kulturen der Reiseländer eintauchen, schau gerne mal bei unseren Reiseberichten unter anderem zur Türkei, dem Iran, dem Nord Irak, Mexiko oder auch Thailand vorbei. Du brauchst noch Tipps um deine Low-Budget Weltreise zu starten? Vielleicht sind die Beträge zur Weltreiseplanung oder unsere Packlisten für Backpacking oder Camping für dich interessant.

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