Du möchtest auf eine Weltreise planen, denkst aber du kannst dir das nicht leisten und was überhaupt sollen die Nachbarn sagen? Reisen kann ja schließlich nicht jeder. Ja, da stimmen wir dir zu. Allerdings vermutlich aus anderen Gründen als du denkst. Ob eine Weltreise für dich das Richtige ist und welche Gründe tatsächlich gegen die Planung einer Weltreise sprechen, verraten wir in diesem Beitrag.


3 Gründe warum du angeblich keine weltreise planen kannst

1. Ich kann mir eine Weltreise nicht leisten

Reisen ist teuer, das stimmt. Wir geben dir jedoch 10 einfache Tipps aus unserer mehrjährigen Erfahrung als Vollzeitreisende an die Hand, wie du deine Weltreise planst und sie finanzieren kannst. Und ich bin mir sicher, auch wenn es Überwindung kostet sich an so ein großes Projekt heranzuwagen, sobald die ersten Schritte gegangen sind, scheint die Planung und Finanzierung deiner Weltreise gar nicht mehr so unüberwindbar. 


2. Reisen ist ein Privileg 

Ja! Und zwar eines der größten überhaupt. Den Reisen setzt voraus, dass du in der Lage bist deinen Aufenthaltsort frei und eigenständig zu bestimmen. Und das ist ein wahres und wohl weit unterschätztes Privileg. Eines dessen wir uns mit unserm unglaublich starken deutschen Pass oft gar nicht bewusst sind. Die mit dem Reisen einhergehende Freiheit sollten wir alle mehr schätzen und vor allem nutzen. 

Wir erleben aber häufig, die Aussage „ihr seid eben privilegiert“ als vorgeschobenes Argument verwendet wird, um sich nicht mit der eigenen Prioritätswahl und Komfortzone auseinander zu setzten. Und ja sich mit den eigenen Prioritäten auseinandersetzen zu können, ist ein wahres Privileg. Im Besonderen wenn es darum geht eine Weltreise zu planen.

Warum wir so privilegiert sind – und du auch

Wir sind privilegiert in einem stabilen Land geboren zu sein, in einem Land in dem der letzte Krieg schon einige Jahrzehnte zurück liegt. Privilegiert in einem Land aufgewachsen zu sein, in dem es zwar immer noch einen Gender-Pay-Gap gibt. In dem wir aber immerhin mehrheitlich in der Lage sind unser eigenes Einkommen unabhängig unseres biologischen Geschlechtes zu erwirtschaften. Als auch in einem Sozialstaat geboren zu sein, der uns im Worst Case wieder auffangen würde. In einem Staat der uns größtenteils kostenfrei ermöglicht einen hohen Bildungsstand zu erzielen. Selbst wenn die Ausbildungschancen nach wie vor durch den Bildungsstand der Eltern geprägt sind.

Als Staatsangehörige eines zentraleuropäischen Staates haben wir mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit alle relativ ähnliche Privilegien. Unter anderem das Privileg, sich nicht Tag ein, Tag aus um das nackte Überleben kümmern zu müssen. Sondern hart für seine Träume arbeiten zu können. Und dieses Privileg sollten wir wertschätzen aber nicht als Ausrede nutzen. 

Ist das eine gerechte Welt?

Wenn ein Mensch aus dem Iran, Mexico oder auch Myanmar zu uns sagt „ihr seid eben privilegiert“, müssen wir leider zustimmen. Auch wenn dies unserer Wunschvorstellung einer gerechten Welt widerspricht. Neben weiteren zentraleuropäischen Privilegien ist der deutsche Pass gemäß des Passport Index 2022 der drittstärkste der Welt. 190 Länder standen deutschen Staatsbürgern*innen demnach im vergangenen Jahr ohne Beantragung eines vorherigen Visa offen. Wenn uns jedoch jemand aus einem gutbürgerlichen Umfeld in Bayern kommuniziert, wir wären privilegierter als sie*er, dann stößt diese Aussage bei uns vermutlich auf nur wenig Zustimmung. 


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3. Wenn du Kinder hast, kannst du eben nicht mehr reisen 

„Ich kann nicht reisen, ich habe Kinder.“ Vorausgesetzt du hast dich wissentlich und willentlich für die Familienplanung entschieden, würde ich behaupten, du hast bereits eine signifikante Wahl deiner Prioritäten getroffen. Und nun denkst du entsprechend dieser Wahl, es ist dir also nicht möglich eine Weltreise zu planen oder überhaupt zu reisen. 

Ja, du hast Recht, wir haben keine eigenen Kinder. Daher können wir in dem Kontext nicht aus eigener Erfahrung berichten. Auf unseren Reisen konnten wir allerdings etliche Reisefamilien mit Kindern im ganz unterschiedlichen Alter kennen lernen. Mit unterschiedlichen Reise-, Lern- und Lebenskonzepten. Reisefamilien, welche die einleitende Aussage täglich widerlegen. 

Reisefamilien machen es vor

Um dich beim Planen deiner Weltreise inspirieren zu lassen, empfehlen wir dir die nachfolgenden Social Media Accounts. Mellowmagicworld reisen Vollzeit und derzeit durch das schöne Mexico mit ihrem DIY Camper. Die Campingfamily Roadtyping sind grade nach ihrer neunmonatigen Reise mit ihren zwei Söhnen und Hund Lotta im Sprinter durch Nordamerika zurück im wundervollen Allgäu. Bullitouristin reist als digitale Nomadin mit ihrem Sohn im Teenageralter im Bulli durch die Welt und erzielt on the road ortsunabhängig ein Einkommen. Thumanns.life sind vom Wohnmobil auf ein Leben auf See übergegangen, ebenfalls mit zwei Kindern. Darüber hinaus durften wir unglaublich viele Eltern kennen gelernt, die mit ihren Kindern über die ihnen zustehende gesetzliche Elternzeit auf Reisen begeben haben. Von zwei Monaten bis zu 1,5 Jahren war alles dabei. 

Welche Reisefamilien auf den socials inspirieren dich? Schreib es uns gern in die Kommentare.

Reisen mit schulpflichtigen Kindern

Reisen ändert in Deutschland erst einmal formal nichts an der bestehenden Schulpflicht, solange der gewöhnliche und tatsächliche Aufenthaltsort vorrangig oder auch der Wohnsitz weiter in Deutschland liegen. Dabei teilt ein minderjähriges Kind in Deutschland gemäß §11 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) den Wohnsitz der Eltern. In Deutschland ist die Schulpflicht dabei Ländersache. Als Elternteil beziehungsweise Erziehungsberechtigte*r mit dem Wunsch einer Langzeitreise empfiehlt sich hier also gegebenenfalls eine juristische Beratung zur konkreten Situation auf Basis der Regelungen des entsprechenden Bundeslandes. 

Ob Homeschooling, Freilernen oder Online Schulen nun etwas für dich und dein Kind sind, kannst nur du individuell mit deinem Kind und gegebenenfalls der*m weiteren Erziehungsberechtigten unter der Berücksichtigung des Kindeswohls entscheiden. Eventuell hilft es dir bei der Planung deiner Weltreise hier mit entsprechenden reisenden Familien in Kontakt und in den wertschätzenden Austausch zu treten. Und ganz klar wer mit Kindern reist übernimmt eine größere Verantwortung als nur für das eigene Leben.


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3 Gründe warum du wirklich keine Weltreise planen kannst 

1. Wahl deiner Prioritäten 

Wir alle haben nur ein gewisses Kontingent an Lebenszeit und oft damit verbunden an finanziellen Mitteln. Den in der Regel tauschen wir Lebenszeit gegen Geld, das Grundgerüst einer jeden Erwerbstätigkeit. Und genau diese Lebenszeit beziehungsweise unser erwirtschaftetes Budget müssen wir analog unserer individuellen Bedürfnisse priorisieren. Das gilt selbstverständlich auch wenn es darum geht eine Weltreise zu planen.

Ist es dein Bedürfnis ein Eigenheim oder ein Zweitwagen zu besitzen, regelmäßig schick Essen zu gehen oder die neuesten Fashiontrends zu tragen wird dies gegebenenfalls mit dem Wunsch eine Weltreise zu planen budgetorientiert korrelieren. Priorisierst du eine klassische Karriere wirst du hier gegebenenfalls viel Zeit ortsabhängig investieren müssen, was wiederum einer zeitnahen Weltreise widerspricht. 

Kündigen für die Weltreise?

Nur du kannst deine gegebenen Rahmenbedingungen entsprechend deiner Bedürfnisse priorisieren. Dabei kannst du selbstverständlich diese Priorisierung über dein Leben immer wieder neu ausrichten. Sprich solltest du dich mit Anfang 20 für den Karriereweg entscheiden, die ersten Stufen der Karriereleiter bereits hochgeklettert sein und dich derzeit auf eine soliden Managementposition befinden, heißt das nicht, dass du den dir logisch erscheinenden Weg der nächsten Karrieresprosse weiter gehen musst. Ist es dein Bedürfnis deine Lebenszeit neu zu priorisieren, kannst du dies jederzeit tun. Natürlich auch wenn der Auslöser dieser Neuorientierung der Wunsch ist eine Weltreise zu planen. Es wäre nur verfehlt zu erwarten, dass sich solche meist weitreichenden Entscheidungen von heute auf morgen juristisch, kostengünstig und nervenschonend umsetzen lassen.

Realitätscheck 

Ist es jedoch dein Bedürfnis eben auf beispielsweise die Geschäftsleitungsfunktion hinzuarbeiten oder den neuen 4er BMW zu besitzen, dann hast du eine Wahl entsprechend deiner Prioritäten getroffen. Das heißt grundsätzlich könntest du reisen, aber es ist grade nicht deine Priorität. Was ja vollkommen in Ordnung ist. Du entscheidest dich völlig wertfrei in diesem Moment für die Lebensrealität Business oder Statussymbol. Also eine andere Lebensrealität als die der*s Vollzeitreisenden. Anders. Nicht besser und nicht schlechter, nur anders. 

Selbstverständlich ist eine Priorisierung deiner Bedürfnisse oder eine Neuausrichtung deiner Lebensrealität nicht immer leicht. Nicht gottgegeben und gegebenenfalls sogar mit erheblichen Gegenwind aus deinem Umfeld verbunden. An dieser Stelle musst du erneut für dich priorisieren ob sich dieser mühsame Weg für dich entsprechend deiner Bedürfnisse lohnt. 

Antworten auf die Fragen an Reisende 

Menschen sind soziale Wesen und daher ist es ratsam grade das engste nächste Umfeld bei der Planung einer Weltreise frühzeitig einzubinden und abzuholen. Dabei geht es nicht um die Rechtfertigung sondern um die wertschätzende Kommunikation der eigenen Bedürfnisse. 

Das antwortest du deinen Eltern, Kindern und den Nachbarn

Vor der Kommunikation des Reisewunsches an einem dieser Lebensrealität kritisch gegenüberstehendem Umfeld, raten wir dir dich vorab mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

Wie möchte ich mir das Finanzieren? 

Lies dir hierzu gerne unseren Beitrag zur Weltreise Finanzierung durch.

Und was ist wenn ich „scheitere“? 

Aber was ist wenn du es nicht versuchst? Bist du dann nicht schon gescheitert? Stelle dir vorab die Frage, was das Schlimmste ist, dass dir passieren kann? Und ob das schlimmer ist, als das was ist wenn du in der für dich unzufrieden stellenden Situation verbleibst. Und selbst wenn du nach ein, zwei Monaten oder einem Jahr für dich feststellt, dass das Leben als Vollzeitreisender doch nicht oder nicht mehr zu dir passt, dann ist es eine Erfahrung. Eine Erfahrung aus der du gestärkt hervorgehen und daran wachsen kannst.

Wie bin ich krankenversichert? 

Beziehungsweise wie sieht eine notfallmedizinische Versorgung auf meiner Reise oder auch ein Rücktransport meiner sterblichen Überreste im Todesfall aus? Eine der wenig tatsächlich angebrachten Fragen an Reisende. Kümmere dich also frühestmöglich um eine adäquate Langzeitreise- / Expat-Krankenversicherung. Die deutsche Krankenversicherung wird eine Reise im besonderen in das nicht europäische Ausland oder ohne festen Wohnsitz nur einen gewissen Zeitraum oder gar nicht absichern. Wir haben hierbei gute Erfahrungen mit der ProTrip World (bei Reisen bis zu 2 Jahren)* sowie der BDAE (hier empfehlt sich auch die Expat Visit für Langzeitreisende und Expats im Heimaturlaub)*.

Setze dich zudem mit dem Thema Tod auf Reisen auseinander. Du wirst schon nicht sterben? Bad News, wir sind alle sterblich. Wir können unzufrieden mit einem Herzinfarkt in jungen Jahren im Job sterben. Oder auf einer Reise und somit bei etwas das wir gerne tun. Ich für mich, habe absoluten Frieden geschlossen unter Umständen auf Reisen zu versterben. Mein Ehepartner als auch meine Eltern wissen allerdings, was ich mir für meinen nach dem Tod verbleibenden Körper wünsche. Insofern dies möglich ist.

Wie sind die beruflichen Wiedereinstiegschancen? 

Die Weltreise Lücke im Lebenslauf. Beantworte dir vorab die Frage ob du in deinen bisherigen Beruf beziehungsweise dein Ausbildungsfeld überhaupt wieder einstiegen möchtest? Ansonsten ist eine Reise auch eine fantastische berufliche Neuorientierungsphase. Eine Weltreise lässt sich zudem hervorragend in einem Vorstellungsgespräch argumentieren. Schließlich hat man gegebenenfalls mehrere Jahre seine Sprachkenntnisse, interkulturelle sowie Problemlösungs-Kompetenzen hervorragend ausgebaut.

Wie sorge ich für mein Alter vor? 

Bei einer zeitlich begrenzten Auszeit wie beispielsweise sechs Monaten ist eine Kompensation gar nicht nötig. Bei vielen Langzeitreisenden stellt sich früher oder später zudem häufig die Frage ob eine Rückkehr in das deutsche Sozial- und somit Rentensystem überhaupt gewünscht ist. Ferner ist auch eine Kompensation durch private Rentenvorsorge möglich, ob nun klassisch oder über Immobilien, Anlagen oder dem erfolgreichen Handel mit Kryptowährungen.

Die biologische Uhr tickt, möchtest du keine Kinder? 

Kinder lassen sich, bei Wunsch, auch hervorragend auf Reisen zeugen und sogar gebären. Sollte das beim Planen deiner Weltreise eine Option sein, achte unbedingt auf die Wahl deiner Reisekrankenversicherung. Viele decken Schwangerschaften nämlich nicht ab. Anderenfalls kannst du gerne sensibilisieren, dass nur weil ein Mensch einen Uterus besitzt, dies nicht zwingend einen damit einhergehenden Kinderwunsch bedeutet. Als auch die Kinderfrage zum Beispiel Menschen mit unerfüllten Kinderwunsch oder auch erlittenen Fehlgeburten schwer re-/traumatisieren kann.

Ob ich völlig den Versand verloren habe? 

Mach dich darauf gefasst nicht nur mit reflektierten Menschen zu kommunizieren. Im Besonderen beim Planen einer Weltreise, schließlich bewegst du dich hier meist außerhalb der gesellschaftlichen Norm. Übergriffige Kommentare sind leider Bestandteil unserer gesellschaftlich akzeptierten Kommunikation.Folgender Satz ist immer ein Ausweg. Interessanter Standpunkt, den teile ich an diesem Punkt allerdings nicht. Möchtest du noch etwas zu trinken / ein Stück Kuchen / gehen? Mit vollem Mund spricht es sich nämlich sehr schlecht und es lässt sich einfach das Thema wechseln. Zum Beispiel auf den Kuchen oder dass es unhöflich ist mit vollem Mund zu sprechen. Und an manchen Punkten ist fürs Seelenheil effizienter das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt oder auch gar nicht fortzusetzen. Und bedenke, es sind die gedanklichen Grenzen deines Gegenübers, nicht deine.


2. Urlaub vs. Reise – das ist der Unterschied

Mit der voran beschriebenen Wahl deiner Prioritäten geht auch häufig das Missverständnis einher, dass eine Reise ein mehrmonatiger bis -jähriger Urlaub ist. Als Langzeitreisende differieren für mich die Begriffe Urlaub und Reise sehr stark. Wobei diese Unterscheidung für mich keinesfalls wertend ist. 

Das ist Urlaub

Während eines Urlaubs steht der maximale Erholungsanspruch im Vordergrund. Deutsche Arbeitnehmer*innen haben je nach Wochenarbeitstagen in der Regel 25 bis 30 Tage Urlaub pro Kalenderjahr zur Verfügung. Im weltweiten Vergleich mag das zwar recht viel sein, im Vergleich zu einer Langzeitreise ist das jedoch ein sehr kurzer Zeitraum. Während dieses Erholungsurlaubs ist es oberste Priorität zu entspannen und zu genießen. Und das vollkommen zu Recht. Gerne darf es hier auch ein wenig mehr Luxus sein, man gönnt sich ja schließlich etwas. Fancy Restaurants und coole Unterkünfte, dazu geführte Touren und auch vielleicht auch kostspielige Aktivitäten, das ist Urlaub. 

Das ist eine Reise

Eine Reise, insbesondere eine Langzeitreise hingegen zielt meist auf ein maximales Erlebnis ab. Man möchte neue Landstriche, Kulturen und Lebensweisen erkunden und kennen lernen. Den eigenen Horizont erweitern und kontinuierlich dazu lernen. Eventuell ist dieses Learning nach innen gerichtet oder eben nach außen. Auf einer Reise, auch wenn man es gar nicht zwingend darauf anlegt, wird man unglaublich viel erleben. Zu einer Reise gehören fantastische Momente, aber auch Erlebnisse die einen weit über die eigene physische und psychische Grenze bringen werden. Ganz klar es gibt Reisende, die einen hohen Luxusanspruch leben. Auch wenn wir eventuell nicht in den Kreisen der Luxustraveller verkehren, gehen wir davon aus, dass die Majorität der Langzeitreisenden einen niedrigeren Reisestandard wählt.

Reisebudget Luxus Weltreise vs. Low Budget Reise

Davon ausgehend, dass einem für eine Reise nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht, muss man erneut priorisieren. Dabei hat zum Beispiel die gewünschte Reisedauer, die Reiseziele sowie auch die Reisezeit einen Einfluss auf den individuell möglichen Reisestandard. Beispielsweise habe ich ein Reisebudget von 30.000 EUR zur Verfügung, kann ich davon knappe 2,74 Jahre mit einem Budget von 30 EUR / Tag leben. Das entspricht den Budget einer low budget Backpacking Reise durch Thailand, Laos und Kambodscha. Möchte ich aber in der luxery cabin auf den Malediven mit eigenem Pool für 300 EUR / Nacht residieren, kann ich von diesem Budget gerade einmal 100 Nächte finanzieren. Dann habe ich aber noch nichts gegessen oder getrunken, geschweige denn erlebt. 

Resümierend, du kannst dir eventuell keinen mehrmonatigen oder gar -jährigen Urlaub leisten, das stimmt. Und sollte das dein individueller Mindestanspruch an Luxus sein, würden wir dir keinesfalls eine low budget Reise empfehlen. Denn wer dauerhaft seine individuelle Komfortzone unterschreitet, für denn wird die Reise zwar ein prägendes Erlebnis aber keines eines das einen glücklich macht. 


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3. Sicherheitsbedürfnis vs. Abenteuer Weltreise

Menschen haben ein individuelles Sicherheitsbedürfnis. Dieses Sicherheitsbedürfnis ist häufig durch die primäre und sekundäre Sozialisierung sowie das aktuelle Lebensumfeld geprägt. Es gibt Menschen die sind aus ihrer Persönlichkeit heraus sehr risikoaffin und eben andere die eher risikoavers agieren. Auch dies ist eine Rahmenbedingung die es bei der Reiseplanung zu berücksichtigen gilt. 

Während es einem risikoaffinen Menschen eher leicht fallen wird, sein gewohntes Umfeld mit beispielsweise einem unbefristeten Arbeitsvertrag, einem festen Wohnsitz, die ihm bekannten Ärzte*innen, diversen Versicherungen und einem gefestigtem Umfeld zu verlassen, wird es ein Mensch mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis eventuell viel Überwindung kosten oder ihr*ihm sogar unmöglich sein. 

Genug Leidensdruck um Sicherheiten aufzugeben

Man kann sicher am eigenen Sicherheitsbedürfnis arbeiten. Entscheidend ist hier tatsächlich häufig der Leidensdruck in der aktuellen erlebten Situation. Sprich wie unzufrieden bin ich mit meiner aktuellen Lebensrealität. Ist der Leidensdruck bereits sehr hoch, wird selbst der risikoavers geprägte Mensch eventuell an diesem Sicherheitsbedürfnis arbeiten wollen. Es gibt aber auch sicher mentale Konzeptionen für die ein Überschreiten dieses gegebenenfalls essentiellen Bedürfnisses nicht möglich und daher auch nur sehr bedingt zu forcieren ist. 


Das stimmt doch Alles gar nicht! Ich kann halt nicht reisen! 

Du ärgerst dich grade? Ja, ich gebe zu dieser Artikel ist provokativ geschrieben. Da gebe ich dir Recht. Und er ist bei weitem keine abschließende Aufzählung. Es gibt sicher weitere reale und auch vorgeschobene Gründe keine Weltreise planen zu können. Solltest du dich jedoch persönlich angegriffen fühlen, lade ich dich herzlich ein deine individuellen Gründe gegen (d)eine Reise zu reflektieren. Eventuell sind es eben genau die vermeintlich plakativen Gründe, auf die vermutlich fast jeder Langzeitreisende an einem Punkt seines Lebens zurück gegriffen hat. Nur hat dieser diese Gründe für sich bereits negiert.

Oder du bist genau an dem Punkt, an dem du die Lebensrealität Welt- und Langzeitreise zwar interessant findest, aber sie eben nicht deine ist. Und auch nicht werden wird. Solltest du zu dieser Erkenntnis gelangen, ist das klasse. Das bedeutet nämlich, dass du in deiner aktuellen Lebensrealität zufrieden bist. Oder du schonmal eine Lebensrealität für dich in deiner kurz- bis langfristigen Zukunftsplanung persönlich zum aktuellen Zeitpunkt ausschließen kannst. Dann ist dies eine bewusste und willentliche Entscheidung gegen eine Reise. Das bedeutet aber übrigens nicht, dass diese Lebensrealität für jemand anderen nicht absolut richtig sein kann. 

Wenn du bis zu diesem Punkt gekommen bist, scheinst du aber interessiert zu sein an der Lebensrealität Welt- und Langzeitreise. Ganz egal, um jemand aus deinem Umfeld zu verstehen, weil du den Lebensstil einfach spannend findest oder sogar für dich selbst in Erwägung ziehst. Du willst mit der Planung gleich los legen. Wir lieben deinen Enthusiasmus und haben einen Beitrag zur Weltreisebürokratie, der Finanzierung von Langzeitreisen sowie Spartipps für dich vorbereitet. Auch Packlisten für Backpacker*innen und Camper*innen zum gratis PDF Download oder Produktempfehlungen * für deine Reise findest du auf unserem Blog. Solltest du darüber hinaus Unterstützung bei der Planung deiner Reise benötigen, melde dich gerne über unser Kontaktformular

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