Ist Wildcamping mit dem Wohnmobil gefährlich? Wir fühlen uns beim Freistehen mit dem Camper pudelwohl. Stehen liebend gern irgendwo im Nirgendwo mit unserem Wohnmobil. Möglichst weit ab von jeglicher Zivilisation. Mitten im Wald, irgendwo in den Bergen oder an einem einsamen Strand. 15 km über unwegsames Terrain? Kein Problem. Das ist für uns persönlich die Idealvorstellung vom Wildcamping und Freistehen. Eins werden mit der Natur. Aber wie ist es um die Sicherheit beim Freistehen und Wildcamping gestellt?

Ob wir manchmal Angst haben? Nein. Klar ist es manchmal gruselig, vor allem wenn man im Dunklen im finsteren Wald ankommt. Die Bäume knarzen, irgendwo huscht eventuell ein Fuchs, der Wind der in den Blättern rauscht. Unbekannte Umgebungen grade im Dunklen wirken eben einfach schnell bedrohlich auf uns Menschlein. Meistens genügt es sich schon zu sagen, wie wunderschön der Platz vermutlich im Hellen ist. Oder eben einfach zu vermeiden im Dunklen Stellplätze mit dem Wohnmobil anzufahren. 

Um uns beim Freistehen mit dem Wohnmobil sicher zu fühlen, beherzigen wir vor allem eine Grundregel. Stets auf das Bauchgefühl hören. Hat einer von uns ein ungutes Gefühl fahren wir direkt weiter. Selbst wenn es schon spät oder der Stellplatz wunderschön ist. 


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Tipps für Mehr Sicherheit beim Freistehen und Wildcamping

Mit mehrjähriger Reiseerfahrung als Vollzeit-Vanlifer im Mercedes 307d Wohnmobil und Lada Niva 4×4 Dachzelt Microcamper legen wir dir die nachfolgenden Tipps für mehr Sicherheit beim Freistehen und Wildcamping wirklich ans Herz:

  • Augen auf! Liegt auf dem Parkplatz Glas zerbrochener Autoscheiben oder direkt eine ganze PKW-Scheibe fahren wir direkt weiter. Wo einmal eingebrochen wurde, sind Langfinger oft dauerhaft nicht weit. Wildcamping könnte hier gefährlich sein.
  • Fluchtweg freihalten. Wir parken stets so, dass wir direkt los fahren könnten. Sprich nicht erst kompliziert wenden müssen und wir unter Umständen wertvolle Sekunden durch lästiges Vor- und Zurück rangieren mit dem Camper verlieren.
  • Nicht lang aufräumen müssen. Der Fahrersitz unseres Wohnmobil ist immer freigeräumt. Wir könnten im Ernstfall also einfach vor klettern und wären startklar. Ohne erst lange den Sitz frei räumen zu müssen um hinterm Camper Lenkrad Platz nehmen zu können. 
  • Zu viel Sicherheit? Das Lenkradschloss* ist bei unseren Campingmobilen nie über Nacht angebracht. Auch hier würden wichtige Sekunden vergehen, während wir kompliziert den Schlüssel suchen, aufsperren und das Schloss verstauen. 
  • Ordnung schafft Sicherheit beim Wild Camping. Der Zündschlüssel hängt zudem jede Nacht griffbereit an der selben zentralen Stelle im Camper. Viele lassen den Schlüssel auch direkt im Schloss stecken. Das ist für unseren Geschmack aber etwas zu einladend. 
  • Alles bruchsicher verstaut. Wir räumen bevor wir ins Bett gehen immer soweit alles auf, dass wir auch nachts spontan los fahren könnten, ohne das etwas Wichtiges kaputt gehen würde oder Teile unseres Ausbaus beschädigt würden. Wobei natürlich im Zweifelsfall gilt, lieber geht die Tasse kaputt bevor schlimmeres am Wohnmobil oder eigenen Körper passiert.
  • Sicherer Durchgang. Der Durchschlupf vom Wohnraum zum Fahrerhaus ist nie blockiert. Für uns war ein Durchgang zwischen Wohnkabine und Fahrerhaus im Wohnmobil immer wichtig. Auch wenn der im Mercedes 307d Camper nicht groß ist. Durch kommen wir dennoch schnell. Haben wir auch bereits diverse Male erprobt, vor allem wenn wir bei Regen nicht außen rum laufen wollten. Das ist natürlich ein Handicap unseres Lada Niva Microcamper mit Dachzelt. Daher achten wir hier noch mehr unsere Sicherheit beim Freistehen und Wildcamping.
  • Einbrüche mit Gas im Wohnmobil. Wir haben einen sogenannten Narkosegaswarner* montiert. Dieser würde uns im Fall der Fälle vor der Einleitung von Narkosegas in unseren Camper warnen. Weiter haben wir einen ebenso wichtigen CO-Warner*installiert. Häufig wird der Einsatz von Narkosegas beim Einbruch in Camper als Mythos aufgrund der hohen Anschaffungskosten abgetan. Tatsächlich ist es unwahrscheinlich das teures reines Narkosegas verwendet werden würde. Da aber auch der sanfte Dämmerschlaf in so einer Einbruchssituation für den potenziellen Dieb eher zweitranig ist, ist davon auszugehen, dass eben wesentlich gefährlichere Schwarzmarkt-Gasgemische mit ähnlicher Wirkung eingesetzt werden würden. Im kritischsten Fall führen die dann eben nicht zum Dämmerschlaf sondern direkt zum Tod. Der Gaswarner* gibt Alarm sobald sich das Luftgemisch im Fahrzeug signifikant verändert und sorgt somit für Sicherheit beim Freistehen. Der Warner würdet zudem melden falls das Campinggas aus der eigenen Gasflasche austritt. Unseres Erachtens ein durchaus sinnvolles Gerät vor allem da im Bekanntenkreis bereits Erfahrung mit eingeleiteten Gasgemischen gemacht wurde. Und uns selbst schon häufiger Gas aus verschiedenen Kartuschenkochern ausgetreten ist.
  • Klare Aufgabenverteilung. Wir haben den Ernstfall, dass wir nachts flüchten müssen, für uns schon mal durch gequatscht und konkrete Aufgaben verteilt. Uns gibt das ein Gefühl von Sicherheit beim Wildcamping und Freistehen Schwachstellen im Ablauf bereits zu kennen und entsprechend im Ernstfall nicht mehr lang darüber diskutieren zu müssen wer macht nun was.
  • Auf Warnungen hören. Sollten wir von Anwohnern, Sicherheitsdiensten oder der Polizei gewarnt werden, dass dieser Platz für das Übernachten mit dem Camper oder Wohnmobil aus diversen Gründen nicht sicher ist, fahren wir weiter. Dies ist uns in der Vergangenheit tatsächlich schon häufiger passiert. In den meisten Fällen gehen wir zwar davon aus, dass man entweder an diesem Ort schlichtweg keine Camper haben wollte oder ein neuer offizieller Wohnmobilstellplatz promotet werden sollte. Aber auch dann ist unseres Erachtens einem Hinweis folge zu leisten. Allein um sich an die Regeln des Freistehens zu halten. Und  better be safe than sorry. 
  • Kenne die Wildcamping Regeln. Freistehen mit dem Camper ist in fast keinem Land tatsächlich legal. Die weitergehenden Duldungen sollte man also nicht überstrapazieren. Spätestens bei Nationalparks hört diese eben meist auf. Auch wenn ein meist durchaus teueres Ticket nicht Leib und Leben bedroht, das Wohl des Geldbeutels und das der Zukunft des Freistehens sehr wohl.
  • Militär-Sperrgebiete sind mit dem Wohnmobil tabu. Sind Gebiete als „military area / militärisches Sperrgebiet“ gekennzeichnet, ist es ebenso davon auszugehen, dass man hier mehr als unerwünscht ist. Früher oder später bekommt man hier also meist Besuch. Im Worstcase kann das in manch einem Land mit einer Spionage-Anklage enden.
  • Grenzverkehr. Wir meiden es zudem direkt vor und hinter Landesgrenzen zu übernachten. Meist fahren wir einfach noch mindestens 20 Kilometer ins Landesinnere bevor wir einen Übernachtungsplatz suchen. Hier haben wir in der Vergangenheit bereits mehrfach erlebt wie Menschen versucht haben ein „Taxi“ über die Grenze zu finden.
  • Arme Kirchenmaus. Umso teurer das Fahrzeug nach außen wirkt, umso interessanter ist dies logischerweise auch für potenzielle Einbrecher. Unsere Schwachstelle sind die doch eher hochpreisigen Mountainbikes am Heckträger des Mercedes 307d Wohnmobils. Würden wir heute noch einmal das Fahrzeug für eine Langzeitreise packen, würden wir auf Fahrräder verzichten. Einerseits da man diese viel zu selten nutzt und andererseits, da wir dadurch einfach wesentlich auffälliger sind. Diese Erfahrung haben wir zum Beispiel in Griechenland und bei unserer ersten Reise in die Türkei gemacht.

Muss man nun Angst beim Freistehen und Wildcamping haben?

Diese lange Liste bedeutet nicht, dass man jede Nacht die man mit dem Wohnmobil wildcampt, mit einem unguten Gefühl ins Bett gehen muss oder Angst haben sollte. Wer die ersten Male freisteht, ist sicher aufgeregt. Das waren wir auch und das ist vermutlich ganz normal. Vor allem da Freistehen und Wildcamping vor allem in Europa eben meist doch eher eine Grauzone oder Duldung ist. Heute schlafen wir übrigens genauso gut und tief wie im Steinhaus. Na gut, vielleicht schlafen wir im Bus tiefer und fester. 

Wer nicht auffällt, sich wie ein normales parkendes Auto verhält und sich abseits von Touristen Hot Spots bewegt, wird in den meisten Fällen kein Problem mit dem Freistehen haben. Selbstverständlich sollte man den feinen Unterschied zwischen Freistehen und Wildcampen stets beachten. Letztes kann nämlich schnell zu Unmut führen. Hierzu haben einen separaten Eintrag verfasst. Wenn du ins Freistehen starten möchtest, legen wir dir unseren Blogeintrag zum Wild Campen in Europa sehr ans Herz.


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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Einbeckercamper

    Ein sehr detaillierter schöner Beitrag zum Freistehen👍

    1. Flo

      Vielen Dank. Liebe Grüße aus dem wunderschönen Griechenland

  2. Silvio

    Hi und vielen Dank für den super coolen Beitrag. Also habe ich es richtig verstanden, dass ihr wirklich drei verschiedene „Warner“ (Narkosegas, CO-Warner und Gaswarner) an Board habt? Gibt es da kein Kombigerät?
    Lg
    Silvio

    1. Flo

      Hallo Silvio,
      Danke für dein Kommentar.

      Wir haben zwei Gaswarner. Einen für leicht entflammbare Gase, Narkosegas,… dieser ist direkt an 12V angeschlossen.

      Als zweiten Warner haben wir dann noch den für CO (v.a. für die Standheizung). Dieser wird mit Batterien betrieben.

      Das sind unsere zwei Gaswarner.
      Bei den Warnern muss man schauen wo sie angebracht werden (Oben, Unten,… eventuell wird ein zusätzlicher Sensor benötigt)

      Zur Sicherheit haben wir dann noch zusätzlich einen klassischen Feuermelder (Dieser reagiert auf Partikel in der Luft)

      Liebe Grüße Flo